Erst Otto Wagner hat seine Zwecklosigkeit entlarvt und gezeigt, um
wieviel besser es ohne dieses Ungetüm geht.
Der neue, große Salzburger Bahnhof, der keine Eisenhalle mehr hat,
sondern ein sinnreich angelegtes Perronsystem mit gedeckten Bahnsteigen
und zweckmäßigen Einbauten enthält, konnte nur auf Grund des
Vorbildes entstehen, daß Otto Wagner in Heiligenstadt und Hütteldorf
gegeben hat.
Die künftige Zeit wird auch die größten Bahnhofsanlagen nicht anders
als in dieser Form bauen, weil sie die größte Übersicht und Einfachheit
und vor allem auch die größte Zweckmäßigkeit aufweisen. Wie man sieht,
war auch hierin Meister Otto Wagner Bahnbrecher.
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Den Schlußpunkt dieser Verkehrsanlagen bildet das Stau- und Schleusenwerk
am Wiener Donaukanal bei Nußdorf, das sogenannte Nadelwehr.
Immer wenn ich aus der ländlichen Umgebung stadtwärts fahre, die
Donau entlang, in jener unvergleichlichen Landschaft mit dem Kahlengebirge,
dem Strom, der fruchtbaren Ebene drüben, den Weingärten, den
Donau-Auen, den Wiener Wald-Hängen, den weißblickenden Dörfern und
Villeggiaturen, den Klösterschätzen und der Burgenherrlichkeit, dem weitgespannten
Horizont und der Weltstadt im Hintergrund, dann freue ich
mich auf die beiden Löwen, die auf diesem Bollwerk eingangs der Stadt
gegen die anrollende Donau emporsteigen, edle Symbole der Kraft, die
hier zum Wahrzeichen geworden sind.
Der Pfeiler-Sockel, auf dem sie links und rechts vom Donauarm stehen,
wächst aus mächtigen Widerlagern empor, deren sanft abfallende Kurve
neue Kraftlinien bilden. Hier ist aus rein technischer Sachlichkeit verbunden
mit dem Formensinn des Künstlers eine neue Schönheit entstanden,
die nicht aus der Vergangenheit geholt werden konnte. Ich versäume
es nie, im Vorüberfahren hinzusehen und grüße die neue Zeit, die
sich in diesem Werk am Eingang der Stadt ein Gleichnis gesetzt hat.
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