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Sinnlosigkeit gewidmet; über die Feststiege sehen wir niemals eine prunk 
volle Cortège aufziehen, sondern hie und da bescheidene Beamte huschen 
oder scheue Besucher und Parteien in der leeren Pracht der Halle herum 
gaffen; die eigentlich wichtigen Dienst- und Verkehrstreppen sind in fin 
steren Winkeln versteckt, schmal und unzulänglich; die kahlen Bureaux 
hinter der sich spreizenden, starren Monumentalität zurückgedrängt und 
weitläufig entlegen; der Gebäudezweck einer historischen Repräsentanz 
geopfert, von der kein Mensch zu sagen wußte, was sie eigentlich in der 
neuen Zeit wollte. Hier herrschte nicht das Leben, sondern der akade 
mische Schulbegriff. 
Da kam Otto Wagner, er war der erste, der den Akademiegötzen 
stürzte. Das war seine erste befreiende Tat, als er die Länderbank baute. 
Anscheinend huldigte er einer freien Renaissance, er griff auf den Hof 
als den Zentralraum zurück, weil er den Lichteinfall für die geschlossene 
Gebäudegruppe brauchte, aber er trieb Historie und Gelehrsamkeit zum 
Tempel hinaus und rief das Leben herein. Der Hof bekam eine Glasdecke, 
zwischen den Säulen und Bogen der Arkaden baute er Schalter ein, aus 
der cour d’honneur war ein Kassenraum geworden, und statt der heute 
ganz unmöglichen prunkvollen Cortège drängt sich das geschäftseilige 
Publikum in den Zentralraum. 
In der Idee ist die Vergangenheit besiegt, Gottfried Semper abgelöst, 
der neue Grundriß gefunden, der der Gegenwart dient. Mit Recht durfte 
Otto Wagner sagen, daß zwischen der Moderne und der Renaissance heute 
schon eine größere Kluft liegt als zwischen der Renaissance und der 
Antike. 
Das war damals schon, als der Baukünstler äußerlich noch der „freien 
Renaissance“ huldigte. In Wahrheit aber huldigte er der Forderung des 
Tages — dem Leben. 
Von hier zur Postsparkassa ist verhältnismäßig nur ein kleiner Schritt. 
Das „Historische“ fällt ab, die abstrakte Idee des neuen Grundrisses 
herrscht, sie verdichtet sich vermittels der technischen Hilfsmittel der 
Zeit nach außen zu neuen Monumentalformen, der führende Gedanke des 
Funktionellen hat gesiegt.
	        
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