MAK
beitet, das seinen Schülern und Jüngern aus der ersten Zeit, Olbrich, Hoff- 
mann, Bauer u. a., als Vorwurf zu phantasievollen, modernen Stilübungen 
diente. Aber schließlich ist unter der Zucht des Meisters ein Entwurf 
entstanden, der, wenn auch stark ins Majestätische geraten, als Aus 
gangspunkt einer künftigen realistisch-nüchternen Verwirklichung gelten 
konnte. 
In Verbindung mit diesem Plan sollte das Problem der Kunstwerk 
stätten und Meisterateliers in Form eines Pavillonsystems gelöst und die 
Neuordnung des akademischen Studienmaterials, des Gipsmuseums und 
der Gemäldesammlung in Fluß gebracht werden, womit es am Schiller 
platz heute noch sehr im argen liegt. 
Von hier ist nur ein kleiner Schritt zur Angelegenheit der Modernen 
Galerie, die ebenfalls eines eigenen angemessenen Gebäudes harrt. Am 
Karlsplatz gedachte OttoWagner sie mit dem Museumsbau unter einen 
Hut zu bringen, — weil dies nicht möglich war, hat er das Thema mehr 
fach in andererWeise angepackt, und in seinen Entwürfen finden wir ein 
ziemlich ausgereiftes Projekt, das für den Ernstfall freilich noch einen 
Gärungsprozeß durchgemacht hätte, besonders was die durch ein Über 
maß an dekorativer Malerei fragwürdige Außenerscheinung betrifft. Da 
bei darf aber die Kritik nie vergessen, daß es sich in diesen wie manchen 
anderen Entwürfen um Phantasieentwürfe und -ideen handelt, an denen 
das funktionelle Leben, der Grundriß und die Konstruktionsweise das 
Maßgebende und fraglos Reife ist, wogegen die ornamentale Erscheinung 
am meisten der Läuterung und des Klärungsprozesses bedarf, der sich bei 
der Ausführung ohnehin von selbst aufzwingt. Damit will ich sagen, daß 
man unrecht täte, den gelegentlichen äußeren Überschwang, das Zuviel 
an Festlichkeit der Ideenentwürfe zum Maßstab der Beurteilung zu 
nehmen. 
Für den Neubau der Akademie schien nun die Schmelz ein herr 
liches Gelände in den Augen des Künstlers. Ein trefflicher Grundriß von 
ihm zeigt uns den stimmungsvollen Platz mit dem von ihm projektierten 
Stadtmuseum; im Gegenüber die Aula der neuen Akademie in Verbin 
dung mit den links und rechts sich erstreckenden, ein großes Rechteck 
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