bildenden Gebäudeflügeln, die einerseits die Gemäldesammlung, ander
seits die Moderne Galerie beherbergen und in den vom Gebäudegeviert
umschlossenen separaten Flügeln das Gipsmuseum aufnehmen. Im wei
teren Umkreis zu diesen zentral gelegenen Sammlungen mit dem Aula
mittelpunkt ist die Lage der Meisterateliers und Werkstätten angedeutet
als ebenso viele Pavillons, die im Grünen liegen. Als äußerster Kranz um
diesen Weihebezirk einer Kunsthochschule sind offene Terrains für später
dahin zu verlegende Kunstschulen abgegrenzt.
Wie man sieht, ist einer künftigen Entwicklung keine vorzeitige
Schranke gezogen und das Werden einer Kunst- und Museumsstadt
ist in einer planvollen, wahrhaft weltstädtischen Idee — einer Grundriß
idee — vorgezeichnet.
Die ungeschickte Situierung des Stadtmuseums in Schlößchenstil nach
dem Plan des Stadtbauamtes hat dieser kristallklaren Idee ein für alle
mal ein Ende gesetzt. Selbst wenn noch das Entstehen einer Kunst- und
Museumsstadt Aussicht auf Verwirklichung hätte oder mindestens die
Moderne Galerie hinaus verlegt würde, so ist die ganze Lage von Haus
aus korrumpiert.Welche Zukunft kann ein Museum und sei es auch
nur ein Stadtmuseum — in diesen äußeren Bezirken haben, wenn es
mitten unter Proletarierhäusern steht, ohne sich von dieser armseligen
Umgebung die nötige Distanz und Raumatmosphäre, den dazugehö
rigen Weihebezirk zu schaffen? Die Menschheit wird nur dann hinaus
pilgern, wenn ein mächtiger Anziehungspunkt in Form eines Kunst
zentrums geschaffen wird. Als Einzelbau in ein Armeleuteviertel hinein
gesetzt, ist das Stadtmuseum so gut wie verloren. Man hätte es ebenso
gut in eine Wüste bauen können. In der Wüste der äußeren Bezirke wird
es ein Dasein der Vergessenheit fristen. Das läßt sich heute schon Voraus
sagen.
Es wäre nur zu vermeiden gewesen durch den großen, einheitlichen
PlanWagners, der dem Aufblühen eines neuen Kunst- und Stadtzentrums
mit einer angemessenen Umgebung Raum gibt.
In solchen Ideeentwürfen zeigt sich der geniale Großstadtarchitekt, der
rechtzeitig das Werden und die Erfordernisse derWeltstadt voraussieht
121