Über den Finanzplan deutet die Schrift an, daß die Gemeindeverwaltung
von vornherein Besitzerin der künftigen Zonen sein müsse, bis sie
zur Bebauung reif seien. Der Gewinn hieraus und die städtische Wertzuwachssteuer
ergebe den Geldzufluß. Etwa 50 Jahre nach dem Erwerb
könne der Besitzwechsel vorgenommen werden; dieser Vorgang erneuere
sich naturgemäß immer wieder. Die Gemeinde habe es in der Hand, durch
Regelung der Grundpreise, Verpachtung usw. den Ausbau der Stadt in
gewünschte Bahnen zu lenken und die Grundspekulation einzudämmen.
Dadurch würden die Mietpreise in Schranken gehalten und die Verwaltung
durch die reichlich fließenden Mittel in den Stand gesetzt
sein, auch „Volkshäuser, Volkswohnhäuser, Volkssanatorien, Bauwerke
für Warenmessen und Musterlager, Wandelbahnen, Monumente, Fontänen,
Aussichtstürme, Museen, Theater, Wasserschlösser, Walhallen
usw. zu errichten, durchwegs Dinge, an die heute kaum gedacht werden
kann, die aber im künftigen Großstadtbild nicht vermißt werden
können.“
Man erkennt die Verbindungslinie, die von der Architekturdichtung
„Artibus zu dieser Großstadtphantasie führt; zwanzig Jahre liegen dazwischen,
und welche Wandlung! Der Phantasiemensch, der damals in
erträumten Architekturen schwelgte, zeigt sich auch hierin mit seiner
ganzen suggestiven Kraft; mit dem gewaltigen Unterschied aber, daß er
nun mit Wirklichkeiten schafft, auf realistischen Grundlagen, die er dem
Leben und der Entwicklung entnimmt. Die Kühnheit des Wurfes ist verblüffend,
aber sie ist tatsachengemäß, und das ist dasVerblüffendste
daran, denn das Leben ist der kühnste Dichter und wird uns diese phantastisch
scheinenden Tatsachen aufzwingen.
Um dabei nicht das Nachsehen zu haben, erhebt Wagner in dieser
Studie die Mahnung: „Es geht eben nicht an, den Ausbau einer Großstadt
wie bisher dem blinden Zufall und der völligen künstlerischen Impotenz
zu überlassen und künstlerische Bestrebungen als etwas Überflüssiges
hinzustellen, oder endlich dieEntwicklung der Großstadt
dem erbärmlichsten Grundwucher auszuliefern.
Wie zu erwarten, hat diese interessante und reichlich zum Nachdenken
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