den königlich sächsischen Staatspreis davontrug, und daß ihm in dem
selben Jahre der Bund österreichischer Künstler unter demVorsitz von
Gustav Klimt zum Ehrenpräsidenten ernannte, was gleichzeitig als Kund
gebung gegen die Gemeinde Wien in der Museumsfrage aufzufassen war.
Von den Ehrungen des Tages will ich nur einige hervorheben, vor allem
die der Sociétè Centrale d’Architecture de Belgique und der Gesellschaft
zur Förderung der Baukunst in Amsterdam, die seine Bedeutung für
die Welt würdigen.
Der Bund deutscher Architekten feiert ihn als begeisterten Lehrer der
Jugend, und der Deutsche Werkbund hebt gebührend hervor, daß die ganze
heutige architektonische Welt auf ihn als Wegweiser und Bahnbrecher
blickt.
Selbst die Künstlergenossenschaft in Wien anerkennt jetzt, nach alter
Fehde, seine führende Meisterschaft und das Wiener Stadtbauamt gedenkt
seiner bahnbrechenden Tätigkeit im Interesse der Baukunst und zum Vor
teil Wiens — aber leider immer nur in Worten!
Von allen Reden des Tages scheint mir jene von Joseph Hoffmann, der
ihn als Befreier der Kunst preist, den tiefsten Punkt zu berühren, darin
sich die Wünsche aller Erkennenden finden, indem er Wien mit den Worten
ermahnt:
„Wien, die Stadt, die er nie verlassen hat, an der er mit der größten
Liebe hängt, die er lobt und preist trotz allem, Wien, die Stadt alter
Kultur und echten Geschmacks, die herrliche Stadt, sie möge sich er
mahnen und gut machen, was sie versäumt, sie möge ihn rufen und seine
Werke verwirklichen!“
Wenn aber dies alles vergeblich ist, so bleibt eins, was Hoffmann sehr
schön berührt:
„Washaben sie alles zu verdrehen und zu vernörgeln gewußt! Aber ohne
Wunden steht er unter uns, heil und gesund, ein Jüngling trotz seiner Jahre.
Ungebrochen und ungebeugt, frei, stolz und kampfesfroh!
Dieses sein Bild wollen wir immerdar behalten und nicht vergessen!
Er ist ein Mutspender für uns Lechzende!“
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