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Zunächst ein paar äußere Daten: Otto Wagner wurde am 13. Juli 1841 
zu Wien in Penzing geboren, das damals noch eine vom Wiener Wald um 
rauschte Sommerfrische war und fern von der durch Basteien, Glacis und 
einem Kranz ländlicherVororte dreifach gegürteten Stadt lag. In diesem 
alten, inneren Kern befand sich die Stadtwohnung in einem Patrizier 
haus, das heute noch in der Göttweihgasse zu sehen ist. Der von Schinkels 
Geist inspirierte Theophil Hansen ist der Erbauer. Es war Eigentum 
seiner Eltern, des Rudolf Wagner (i 802—1847), Königlich ungarischen Hof 
notars und der Frau SusanneWagner (1806—1880), geborene vonHelffen- 
storffer. In diesem schmucklosen, fast nüchternen Stadthaus, das aber 
schon in seiner Stilanlage jenen gewissen großen Zug verrät, der noch am 
Ausgang des klassizistischen Zeitalters selbst an den einfachsten Bauten 
zu spüren ist, verbrachte Wagner seine erste Jugend. Die großzügige Note 
des Elternhauses schlägt in diesen Kindheitseindrücken den ersten Ton 
an, der das Schaffen des Baukünstlers durchzieht und in seiner reifsten 
Epoche so voll und rein ausklingt. 
Bis zum neunten Jahre wurde der Junge von seinem Hofmeister im 
Hause unterrichtet — er besaß das, was man eine gute Kinderstube 
nennt. Dann folgen ein paar Jahre am akademischen Gymnasium und 
am geistlichen Stift Kremsmünster. Mit sechzehn Jahren bezieht der 
Jüngling die technische Hochschule zu Wien, dann kommt er auf andert 
halb Jahre in die Zucht der Königlichen Bauschule des klassizistischen 
Berlins, wo noch stark der Geist Schinkels nachwirkt. Hier ist etwasWahl- 
verwandtschaftliches, das zu demWagner der Reifezeit führt. Der straffe, 
fast militärische und imperialistische Zug seiner modernen Schöpfungen, 
ist wie bei Schinkel klassischer Geist und Ausdruck einer unerhörten 
Selbstzucht, die diesen realistischen Phantasiemenschen diszipliniert. 
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