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Und nun nach diesem Aufriß seines Werdeganges zur künstlerischen
Persönlichkeit Otto Wagners, und deren inneren Geschichte, von der ich
gesagt habe, daß sie eine Tragödie ist. Eines der in Wien leider nicht
seltenen Beispiele, wie ein ganz Großer an dem bornierten Widerstand
der Kleinen scheitern muß. Die Menschheitsgeschichte strotzt von solchen
Fällen. Man kann es nicht übersehen, daß es fast immer die Zeitgenossen
waren, die sich dem Bedeutenden hindernd in den Weg gestellt haben und
daß es gewöhnlich ganz unzeitgenössischer Elemente bedurfte, wie der
Nachwelt oder der begeisterungsfähigen Jugend, damit das Große zur
Geltung kam und die Kleingeisterei besiegt wurde, die Pygmäen, die An
erkennung nur den Toten zollen, die nicht mehr im Wege stehen, weshalb
Grabreden so erbaulich klingen .
Diese heroische und zuweilen bösartige Dummheit der Zeitgenossen hat
Otto Wagner mit allen Schikanen erfahren müssen.
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Wenngleich Wagner, wie alle Großen seiner Frühzeit in den Spuren
Sempers ging, so verband ihn doch viel elementarer eine formale Ver
wandtschaft mit dem großen Schinkel. DerVersuch,Wagner und Schinkel
miteinander zuvergleichen, drängt sich fast gebieterisch auf. Der eine stand
am Anfang, der andere am Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Beide
die größten Bauheroen der neueren Zeit. Der künstlerische Schinkel und
zugleich größte Bautechniker ahnte den Ingenieur in der Architektur vor
aus, und was er intuitiv vorwegnahm, vollzog ein Jahrhundert später
Otto Wagner vollbewußt, indem er den Ingenieur erst mit dem Geist der
Baukunst vereinigte, wozu ja die neuen Baustoffe und neuen technischen
Konstruktionsweisen einen unmittelbaren Anstoß gaben.
Otto Wagner war jedenfalls der erste, der sich als Künstler bewußt
auf das Gebiet des Ingenieurs stellte und in den neuen technischen Mitteln
die Elemente seines neuen, zeitgemäßen Stils erblickte. Er hat es erfolg
reich versucht, der Technik den passenden künstlerischen Ausdruck zu
geben, indem er das Material und die Konstruktion unmittelbar sprechen
ließ und mit diesen neu gewonnenen Stilelementen die höheren Einheiten
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