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Full text : Die Druckgraphik Lucas Cranachs und seiner Zeit

Die  Art  der  Figurentypen  verrät  ebenso  wie  die  Wahl  des  Landschaftshintergrundes
unter  Verwendung  zahlreicher  heimischer  Motive  den  Einfluß  der  sächsischen  Cranach-Schule.

Lit.:  Nagler,  Mon.,  I,  1486,  und  III,  654  —  Passavant  18  —  Hollstein,  IV,  S.  241,
235—326.
38  DAS  URTEIL  DES  PARIS  Abb.  51
Kupferstich,  Dm.  9,1  cm
Monogramm  HB  und  Messer  auf  Stein  in  der  Mitte  des  Vordergrundes
Um  1540
Ornamentstichkatalog,  Bd.  3,  S.  27,  Inv.-Nr.  K.  I.  6515  (42/32)
Das  Rundbild,  das  streng  und  klar  aufgebaut  ist,  Amor  scheidet  das  Blatt  in  zwei
Hälften,  zeigt  links  Paris  und  Merkur,  rechts  die  drei  Grazien.  Stilistisch  ist  sowohl
der  Einfluß  von  Cranachs  höfischem  Manierismus  als  auch  jener  des  Nürnbergers
Virgil  Solis  spürbar.  Es  wäre  durchaus  möglich,  daß  sich  Brosamer  gelegentlich  seines
Nürnberger  Aufenthaltes  in  den  frühen  dreißiger  Jahren  des  16.  Jahrhunderts  mit
den  Arbeiten  des  jungen  Solis  auseinandersetzte.
Lit.:  Bartsch,  VIII,  12  —  Hollstein,  IV,  17.

WOLF  TRAUT
Maler,  Zeichner  für  Holzschnitte  und  Glasgemälde.  Geboren  um  1485  als  Sohn  des
in  Nürnberg  tätigen  Malers  Hans  Traut.  Nach  einem  stilkritisch  zugeschriebenen
Holzschnitt  bereits  1505  in  Dürers  Werkstatt  tätig.  Anschließend  wahrscheinlich
Mitarbeiter  des  Hans  von  Kulmbach.  1512—1515  unter  Dürers  Leitung  an  den
Holzschnitten  für  die  Ehrenpforte  Kaiser  Maximilians  I.  beteiligt.  Gestorben  1520
in  Nürnberg.
Lit.:  Dodgson,  Cat.,  I,  S.  500ff.

39  FRIEDRICH  DER  WEISE
Holzschnitt,  koloriert,  13,5  :  13,5  cm
Um  1510
Titelblatt  zu:  „Compendium  breve  .  .  H.  Hölzel,  Nürnberg,  1510
Ritter,  S.  119;  Inv.-Nr.  K.  J.  2382  (85/4)
Gegenseitige  Holzschnittkopie  nach  dem  Kupferstich  Lucas  Cranachs  d.  Ä.  von  1509.
Friedrich  III,  der  Weise,  1463—1525,  wurde  in  Torgau  geboren  und  am  Mainzer  Hof
im  Sinne  des  Humanismus  erzogen.  1500  war  er  Generalstatthalter  Kaiser  Maximilians
und  Leiter  des  in  Nürnberg  tagenden  Reichsregiments.  1519  schlug  er,  nach  Maximilians ­
  Tode,  die  ihm  angetragene  Kaiserkrone,  aus.  Schon  seit  1496  war  er  mehrfach
Auftraggeber  Albrecht  Dürers,  sein  eigentlicher  Hofmaler  war  jedoch  Lucas  Cranach.
Lit.:  Bartsch,  VII,  135,  296  —  Dodgson,  Cat.,  I,  S.  514,  6  —  Hollstein,  VI,  S.  6  —
Dornik-Eger,  Albrecht  Dürer  und  die  Druckgraphik  für  Kaiser  Maximilian  I.,
Schriften  der  Bibi.  d.  Ö.  M„  6,  Wien,  1971,  Nr.  65.

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