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Full text: Die Druckgraphik Lucas Cranachs und seiner Zeit

Abb. 42 
44 DIE HEILIGE KATHARINA 
Holzschnitt, 23,2: 16 cm 
Zustand mit später hinzugefügtem Dürer-Monogramm 
Um 1505 
Ritter, S. 55 (Dürer); Inv.-Nr. K. J. 2639 (43/15) 
Gegenstück zu einem Holzschnitt mit der Darstellung der hl. Barbara. Beide Holz 
schnitte bildeten mit einer Madonna auf der Rasenbank eine Art Triptychon, das 
während Baidungs Nürnberger Gesellenzeit entstanden war. Dekorative und „mittel 
alterliche“ Züge herrschen in diesen Werken Baidungs vor. 
Lit.: Bartsch, VII (Dürer), App. 12, II — Passavant, III, S. 205, 262 und 237, 159 
(Schäufelein) — Dodgson, Cat., I, S. 560, 25 (Baidung) — Koch, Verzeichnis 300, 
IV/I, 3 — Hollstein, II, S. 124,135 — Katalog Ausstellung Karlsruhe, 68 — Katalog 
Ausstellung Nürnberg, 19 — Oettinger - Knappe, Kat.-Nr. 61, Abb. 108 — Albertina, 
Katalog 276 — Dornik-Eger, Albrecht Dürer und die Graphik der Reformationszeit, 
Schriften der Bibi. d. Ö. M., 2, Wien, 1969, Nr. 53. 
45 JOHANNES GERSON. OPERA. TITELBLATT 
Holzschnitt, Blattgröße 27,5 : 20 cm 
Vorderseite: Bordüre mit Rebzweigen, fünf Putten und Affen, Hans Baidung Grien 
Um 1510, 24,3 : 18 cm 
Rückseite: Gerson als Pilger, Albrecht Dürer 
Um 1494, 22,3 : 14,9 cm 
Verwendet in: Johannes Gerson. Opera, Straßburg, Joh. Knoblouch, 1514, Titelblatt 
zum Register 
Schestag, S. 86; (J. Wechtlin) Inv.-Nr. K. J. 1749 (67/31) 
Baidung, von 1503 bis 1505 Dürer-Schüler und stark von seinem Meister abhängig, 
entwickelte ab der Zeit seiner selbständigen Tätigkeit in Straßburg, um 1510, eine 
immer stärker werdende Neigung zur Darstellung von Landschaft und Natur. 
Daneben wird ihm die Wildheit kleiner Kinder zum wichtigsten Stimmungselement, 
das er bis ins Dämonische zu steigern vermag. 
Auf dem Titelrahmen, der im ersten Straßburger Jahr entstanden sein muß, treten 
Knäblein auf, die mit Tollkühnheit im knorrigen Astwerk eines Rebstockeskiettern. 
Echtes Naturgefühl und Dämonie entströmen zugleich dieser Komposition. Das Blatt 
zeigt interessante Verbindungen der deutschen Kunst vom Oberrhein zur Donau 
malerei und zur Kunst des Lucas Cranach. Immer wieder spürbare Fäden verknüpfen 
diese Zentren. 
Lit.: Röttinger,H.,in: Jb.d.kh. Slgen, Wien,XXVII, 1907—1909, S. 1, Anm. 1 — Wolff, 
H., Die Buchornamentik im XV. u. XVI. Jh., Leipzig, 1912, S. 22f. u. Abb. 10 — 
Musper, Th., Ein Straßburger Holzschnitt Dürers, Jb. d. preuß. Kstslgen, 58, 1937, 
S. 124 — Koch, Die Zeichnungen Baidungs, 1941, S. 1 lOf. zu Nr. 76 — Röttinger, H., 
Oberrhein. Kunst, X, 1942, S. 174, Anm. 3 — Winkler, Dürer und die 111. z. Narren 
schiff, S. 83 86 — Hollstein, VII, S. 251, Nr. 20 — Katalog Hans Baidung Grien, 
Karlsruhe, 1959, S. 330f. u. 349 — Katalog Albrecht Dürer, Nürnberg, 1971, Nr. 162. 
46 TITELBORDÜRE MIT BÄUMEN UND WILDEN MÄNNERN 
Abb. 41 
Holzschnitt, 13,7 : 9,7 cm 
Zustand b: Schrift auf Band gelöscht, rote Tonplatte 
40
	        
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