Die zehn Wappenschilde zählen mit den Evangelistensymbolen, den einzelnen stehen
den Heiligen, sowie den klugen und törichten Jungfrauen zur Gruppe der späten
Stiche Schongauers. M. Lehrs Meinung, daß die Wappenschilde als Vorlage für den
Goldschmied bestimmt waren, ist gegenüber E. Flechsigs Vorschlag, es handle sich
um echte Wappen des bislang wappenlosen, reichen Bürgertums, vorzuziehen.
Lit.: Bartsch, VI, 96—105 — Lehrs, 1924, S. 341—357, Nrn. 95—104 —Flechsig, E„
Martin Schongauer, Straßburg, 1946, S. 318, Nr. 38 — Katalog Albrecht Dürer,
Nürnberg, 1971, Nr. 133.
63 DER GREIF Abb. 46
Kupferstich, Blattgröße 10,5 : 13,3 cm
Unten Mitte Monogramm MS
Aus der Sammlung J. D. Böhm
Schestag, S. 69; Inv.-Nr. K. I. 378 (57/2)
Der Greif ist nach rechts gewendet und hebt die linke Vorderklaue. Sein Körper ist
vorne der eines Adlers mit großen Flügeln und lappigen Ohren, hinten der eines
Ochsen mit emporgehobenem Schweif. Das Blatt dürfte in der letzten Periode von
Schongauers Stechertätigkeit entstanden sein.
Lit.: Bartsch, VI, 159, 93 — Lehrs, 1924, S. 337, Nr. 93.
64 DER ELEFANT Abb. 47
Kupferstich, Blattgröße 10,5 : 13 cm
Unten Mitte Monogramm MS weit auseinandergerückt
Schestag, S. 69; Inv.-Nr. K. I. 1899 (57/1)
Der Elefant ist mit erhobenem Rüssel nach links gewendet und trägt auf dem Sattel
einen zinnenbekrönten Schutzkorb, hinter dem zwei kleine Männer sichtbar werden.
Aus der Spätzeit wie der Greif.
Lit.: Bartsch, VI, 159, 92 — Lehrs, 1924, S. 339, Nr. 94.
HANS HOLBEIN D. Ä.
Um 1465 in Augsburg geboren. Seine Kunst wird um 1485 erstmals erkennbar, mit
deutlichem augsburgischem und ulmischen Einfluß. In der Zeit um 1490 könnte
Holbein d. Ä. in den Niederlanden gewesen sein. 1493 wird er in einer Augsburger
Stadturkunde als Bürger zu Ulm genannt. 1497/98 wurde Holbeins Sohn Hans geboren.
Schüler Holbeins waren Stephan Kriechbaum, durch den er zu einer gewissen Bezie
hung zum Kunstkreis des Donaulandes kommt, und Leonard Beck. Seine letzten
Lebensjahre verbrachte Holbein am Oberrhein und in der Schweiz, wo er vor 1524
starb.
Lit.: His-Heusler, E., Hans Holbein der Vater, Nürnberg, 1868 — Glaser, C., Hans
Holbein d. Ä., 1908 — Lieb, N. und A. Stange, Hans Holbein d. Ä., München - Berlin,
1960 — Katalog Hans Holbein d. Ä. und die Kunst der Spätgotik, Augsburg, 1965.
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