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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Physharmonika,  endlich  auch  aus  Combinationen  beider,  entstanden
verschiedene,  mitunter  seltsame  Instrumente,  welche  bald  wieder
verschollen  und  heute  nur  noch  dem  Namen  nach  bekannt  sind.
Manches  darunter  ist  Erfindung  von  Oesterreichern.  So  verfiel  Carl
Leopold  Rollig  (geboren  im  Jahre  1761  in  Wien,  gestorben  1804)
auf  die  Idee,  mit  der  Glas-Harmonika  eine  Tastatur  zu  verbinden,
weil  man  fand,  dass  das  Reiben  der  Glasglocken  mit  den  Fingerspitzen ­
  die  Nerven  erschüttere.  Er  nannte  sein  Instrument  „Tasten-Harmonika“
  oder  „Clavier-Harmonika“.  Die  Ehre  dieser  Erfindung
nahm  übrigens  auch  im  Jahre  1796  Franz  Bartl,  Professor  der
Mathematik  in  Olrnütz,  für  sich  in  Anspruch.  Eine  andere  Verbesserung ­
  der  Glas-Harmonika  erfand  Anton  Renner  in  Wien,  1806.
Rollig  ist  auch  der  Erfinder  eines  Bogen-Claviers  Namens  „Xenorphica“
  und  eines  ähnlichen  Instrumentes,  das  er  „Orphica“  nannte
(1780).  Nach  Rollig’s  Modell  verfertigte  der  Mechaniker  Anton  Fried
in  Wien  1806  die  erste  grosse  aufrechtstehende  Xenorphica.
Eine  andere  Art  verschollener  Instrumente  erzeugte  den  Ton
aus  abgestimmten  Stahlstäben  oder  Stahlplatten.  Das  von  Leppich
in  Wien  erfundene  „Panmelodion“  brachte  diese  Metallstäbe  durch
ein  Schwungrad  in  Berührung  mit  einer  Metall-Walze.  Conradin
Kreutzer,  damals  Capellmeister  am  Josephstädter  Theater,  concertirte
  in  Wien  1814  auf  diesem  „Panmelodicon“.  Die  vom  Professor
T.  Meissner  in  Wien  verbesserte  „Stahl-Harmonika“  bestand  aus  aufrechtstehenden ­
  Metallstäben  verschiedener  Länge,  welche  von  zwei
Geigen-Bogen  gestrichen  wurden.
Ein  Clavier  mit  Stahlstäben  war  ferner  das  von  Franz  Schuster
in  Wien  (1817)  erfundene  „Adiaphonon“.  Der  Orgelbauer  Cyrill
Demian  erfand  im  Jahre  1829  eine  kleine  Stahl-Harmonika  unter
dem  Namen  „Accordion“;  Professor  Petrina  in  Prag  eine  Klappen-Physharmonika
  mit  Anwendung  eines  galvanischen  Stripes  (1851)
u.  s.  w.
Gegen  den  Ausgang  des  vorigen  Jahrhunderts  herrschte,  namentlich ­
  in  aristokratischen  Kreisen  eine  grosse  Vorliebe  für  künstliche
Spiel  -  Uhrwerke  und  Musik-Automaten.  Der  Mechaniker  Johann
Mälzel,  Regensburger  von  Geburt,  kam  1790  nach  Wien  und  versah
            
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