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den Hof und die Aristokratie mit kostbaren Spieluhren, musicirenden
Ruhebetten, Secretären u. dgl. Die verschiedenen automatischen
Musikwerke Mälzel’s standen in grossem und verdientem Ansehen,
namentlich seine „Orpheus-Harmonika“ und sein „Panharmonicon“,
die grosse „Trompeten-Maschine“, endlich das (eine complete starke
Harmonie-Musik enthaltende) „Orchestrion“ (1825). Von ungleich
grösserer Wichtigkeit war eine andere Erfindung Johann Mälzel’s,
kein Musik-Instrument, aber ein sinnreicher einfacher Apparat zur
Messung des Zeitmaasses; das jetzt über ganz Europa verbreitete
„Metronom“. Im Jahre 1815 trat Mälzel zuerst damit in Wien hervor,
mit so ungemeinem Erfolg, dass er schon 1816 eine förmliche
Fabrik zur Verfertigung von Metronomen anlegte. (Mälzel starb 1838
in Philadelphia.)
Geschätzte Spieluhren-Fabrikanten waren Anton Keinlein und
dessen Sohn Rudolf in Wien, welche 1824 eine Art Metall-Harmonika
„Glossophon“ genannt, erfanden. Gegenwärtig sind die Spiel-Werke
von Goldbreit in der Vorstadt Gumpendorf als vorzügliche und
billige Arbeiten anerkannt.
Im Fach der Blas-Instrumente kann sich Oesterreich zahlreicher
Erfindungen und Verbesserungen rühmen, insbesondere seit den
letzten 40 Jahren, welche durch die gesteigerte Verwendung der
Blas-Instrumente in den Theater- und Concert-Orchestern, dann
durch die Pflege der Militärmusiken in Oesterreich einen vollständigen
Umschwung in diesem Zweige des Instrumenten-Baues herbeiführten.
Im ersten Decennium dieses Jahrhunderts befanden sich alle
Blas-Instrumente noch in sehr primitivem Zustande. Man hatte damals
in der Regel nur Flöten mit einer Klappe, selten mit 3 bis 4 Klappen,
Clarinetten, Oboen und Fagotte höchstens mit 5 Klappen, Trompeten
und Waldhörner waren ohne Klappen und ohne Ventil-Maschine.
Tiefe Bass-Jnstrumente von Metall wie Bombardons, Tubas gab es
neben den Posaunen nicht; ebensowenig kleine und grosse Flügel-Hörner.
Die Holz-Blas-Instrumente gingen früher als die Blechinstrumente
ihrer Vervollkommnung entgegen. Zu Ende des vorigen
Jahrhunderts hat der berühmte Clarinettist Josef Beer (geboren 1744
in Böhmen) die Clarinette durch Hinzufügung einer 5. Klappe erst