MAK

Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

113 
Der Weiterbau unterblieb indessen, und der bereits vollendete 
Theil kam im Jahre 1834 in den alleinigen Besitz des Fürsten 
v. Fürstenberg, welcher die Bahn ausschliesslich zum Holz-Transporte 
verwendete *). 
Oesterreich hatte mit Ende 1836 33 44 Meilen = 
2537 Kilometer, die übrigen deutschen Bundes - Staaten 0'8 Meilen 
= 60 Kilometer, Frankreich 17 37 Meilen = 1410 Kilometer, 
und Belgien 5 80 Meilen = 44 0 Kilometer Eisenbahnen ausgeführt. 
Die Anfangs für Oesterreich so günstig begonnene Entwicklung 
des Eisenbahnwesens hat nach Ausführung dieser beiden Bahnen 
eine Unterbrechung erlitten. 
Enttäuscht, theils durch die bedeutende Ueberschreitung des 
präliminirten Anlage - Capitals, welche beispielsweise bei der Linz- 
Budweiser Linie circa 80 Percent betrug, theils durch die ungünstigen 
Erträgnisse des Betriebes der ausgeführten Linien, fehlte es anMuth, 
grössere Capitalien den Eisenbahn - Unternehmungen zuzuführen; 
hiezu kam noch der Umstand, dass in Mittel - Europa die Meinung 
verbreitet wurde, es werde gelingen, die gewöhnlichen Strassen mit 
Locomotiven zu befahren, und es sei daher bedenklich, Millionen 
auf Schienenwege zu verwenden, die sich später als unnütz heraus- 
stellen würden**). 
Ermuthigt endlich durch das entschiedene Vorgehen der bel 
gischen Regierung, die durch ein Gesetz vom 1. Mai 1834 die Aus 
führung eines Eisenbahn-Netzes über Belgien auf Staatskosten anord 
nete, sowie durch die überaus günstigen Resultate der am 7. Decem- 
ber 1835 eröffneten Locomotiv-Bahn von Nürnberg nach Fürth, 
wendete sich in Oesterreich das Capital wieder den Eisenbahn- 
Unternehmungen zu. 
S. M. v. Rothschild erlangte am 4. März 1836 die Concession 
zur Errichtung einer Locomotiv-Bahn zwischen Wien und Bochnia, 
*) Diese Linie wurde im Jahre 1853 von der Busitehrader Eisenbahn 
erworben und im Jahre 1863 theilweise in eine Locomotiv-Bahn umgestaltet. 
**) In Oesterreich wurden in diesem Zeiträume 6 Patente auf soge 
nannte bewegliche Eisenbahnen erworben, die auf dem Principe beruhten, 
dass sich das Fuhrwerk das Geleise entsprechend seinem Fortschreiten 
selbst legt. Davon wurde natürlich Nichts verwirklicht. 
8
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.