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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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nebst Seiten - Bahnen und bildete am 19. Mai 1836 eine Actien- 
Gesellschaft unter der Firma k. k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn. 
Der Bau wurde unter der Leitung des k. k. Hof-Baurathes Herrn ene- 
gild Francesconi *) im Jahre 1837 begonnen und mit geringer 
Unterbrechung rasch vollendet. 
Am 2. Jänner 1838 erhielt Baron Sina in Wien die Concession 
zur Erbauung einer Eisenbahn von Wien nach Baab, sowohl in 
directer Linie über Bruck an der Leitha, als auch über Wr.-Neustadt, 
und bildete sofort eine Actien-Gesellschaft unter der Firma k. k. priv. 
Wi en-Baaber Eisenbahn-Gesellschaft. 
Unter der Leitung des damaligen Ober-Ingenieurs der Ersten 
österreichischen Eisenbahn-Gesellschaft M. Schönerer wurde der Bau 
dieser Bahn im März 1839 und zwar zuerst die Linie Wien-Gloggnitz 
begonnen, und schon am 5. Mai 1842 wurde diese Linie vollendet 
und dem Verkehr übergeben. 
Gleichzeitig mit der Entwickelung des Eisenbahn-Netzes in den 
deutsch-österreichischen Provinzen wurden in Ungarn und im lom- 
bardisch-venetianischen Königreiche Eisenbahn-Linien projeetirt und 
zum Theile ausgeführt. 
Im Königreiche Ungarn wurde am 16. Mai 1844 die Concession 
zu einer Eisenbahn unter der Firma ungarische Central-Bahn von 
Pest über Pressburg an die Landesgrenze zum Anschlüsse an eine 
Abzweigung der Nordbahn, sowie von Pest nach Debreczin erworben 
und mit dem Baue am 5. October 1844 begonnen. 
*) Hermenegild Ritter v. Francesconi, k. k. Hofrath, GeneraJ-Inspector 
der Ferdinands-Nordbahn, geboren in Venedig 9. Oetober 1795, gestorben in 
Saeile bei Conegliano 8. Juni 1862. 
Nach Absolvirung der Artillerie-Schule in Modena trat er als Genie- 
Officier in österreichische Dienste, verliess bald die militärische Laufbahn, 
um in das damals bestandene Civil-Corps der Staats-Ingenieure einzutreten. 
1828 zum Ober-Ingenieur für die Provinz Udine ernannt, wurde Fran 
cesconi 1829 nach Wien berufen, zum Hof-Baurath befördert und mit den 
bedeutendsten Missionen technischer Art betraut. Bei Gründung der Nord 
bahn nahm Francesconi einen wesentlichen Antheil und trat später in die 
Direction derselben ein, wurde als Oesterreich den Bau von Staats-Bahnen 
beschloss, mit der Leitung derselben betraut und 1842 zum Hofrath und 
General-Director der österreichischen Staatsbahnen ernannt. 
1848 schied er aus dem Staatsdienste und übernahm 1850 als General- 
Inspector die Leitung der Ferdinands-Nordbahn, in welcher Stellung er 
bis zu seinem Tode verblieb.
	        
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