wirkende, hatte 6 Fuss Kolbenhub, 12'/, Zoll Kolbendurchmesser,
6 % zöllige Einfallsröhren und die Steuerung des Hahnes wurde in
der bekannten Weise durch 2 Fallhämmer bewirkt. Obwohl dieselbe
später von Reich enbach durch die Einführung der Kolbensteuerung
und durch Umänderung in eine doppeltwirkende wesentlich verbessert
wurde (die erste Reichenbach’sche Wassersäulen-Maschine wurde
1817 zur Solen-Leitung von Berchtesgaden nach Reichenhall von ihm
erbaut), gebührt doch die Priorität der Erfindung dem Oesterreicher
Höll, und es verdient besonders bemerkt zu werden, dass der Nutz-
Effect dieser ersten Wassersäulen-Maschine, wie es sich nach der
Angabe von Poda über die geförderten Wassermengen leicht berech
nen lässt, über 50% betrug.
Die von Höll erfundene „Luftmaschine“ sollte offenbar den
Kolben der Wassersäulen-Maschine und die Pumpe dadurch ersetzen,
dass er die Luft in einem Arbeits-Cylinder von circa 60 Cubik-Fuss
Inhalt durch den Druck der Wassersäule zuerst zusammenpresste
und dann mit dem tieferliegenden circa 10 Cubik-Fuss Grubenwasser
enthaltenden Pumpcylinder die Communication herstellte, worauf
durch den Druck der Luft das Grubenwasser im Pump-Cylinder in
einer vom Boden desselben ausgehenden Steigrohre in die Höhe
gehoben wurde.
Johann Segner aus Pressburg war es, welcher schon 1750 in
seiner Abhandlung: „quo theoriam machinae cujusdam hydraulicae
etc.“ den Seitendruck des Wassers zur Construction eines Motors
benutzte, der in allen Lehrbüchern der Physik als Segner’sches Wasser
rad angeführt erscheint und das Constructionsprincip der Turbinen oder
Reactions-Räder in klarster Form zur Erscheinung bringt. Allerdings
wurde dieses Wasserrad durch Withlaw, Fourneyron, Jonval u. A.
wesentlich verbessert; allein die Priorität der Benützung des Seiten
druckes gehört auch hier unbestritten dem Oesterreicher Segner,
wobei wir noch bemerken müssen, dass Redtenbacher *) und ins
besondere Rittinger durch ihre theoretischen Untersuchungen über
*) Ferdinand Redtenbacher (Director des Karlsruher P oly-
technikums, geboren zu Stadt Steyr in Ober-Oesterreich, 25. Juli 1809,
gestorben zu Karlsruhe 16. April 1863) war mit dem 11. Jahre schon in