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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

wirkende, hatte 6 Fuss Kolbenhub, 12'/, Zoll Kolbendurchmesser, 
6 % zöllige Einfallsröhren und die Steuerung des Hahnes wurde in 
der bekannten Weise durch 2 Fallhämmer bewirkt. Obwohl dieselbe 
später von Reich enbach durch die Einführung der Kolbensteuerung 
und durch Umänderung in eine doppeltwirkende wesentlich verbessert 
wurde (die erste Reichenbach’sche Wassersäulen-Maschine wurde 
1817 zur Solen-Leitung von Berchtesgaden nach Reichenhall von ihm 
erbaut), gebührt doch die Priorität der Erfindung dem Oesterreicher 
Höll, und es verdient besonders bemerkt zu werden, dass der Nutz- 
Effect dieser ersten Wassersäulen-Maschine, wie es sich nach der 
Angabe von Poda über die geförderten Wassermengen leicht berech 
nen lässt, über 50% betrug. 
Die von Höll erfundene „Luftmaschine“ sollte offenbar den 
Kolben der Wassersäulen-Maschine und die Pumpe dadurch ersetzen, 
dass er die Luft in einem Arbeits-Cylinder von circa 60 Cubik-Fuss 
Inhalt durch den Druck der Wassersäule zuerst zusammenpresste 
und dann mit dem tieferliegenden circa 10 Cubik-Fuss Grubenwasser 
enthaltenden Pumpcylinder die Communication herstellte, worauf 
durch den Druck der Luft das Grubenwasser im Pump-Cylinder in 
einer vom Boden desselben ausgehenden Steigrohre in die Höhe 
gehoben wurde. 
Johann Segner aus Pressburg war es, welcher schon 1750 in 
seiner Abhandlung: „quo theoriam machinae cujusdam hydraulicae 
etc.“ den Seitendruck des Wassers zur Construction eines Motors 
benutzte, der in allen Lehrbüchern der Physik als Segner’sches Wasser 
rad angeführt erscheint und das Constructionsprincip der Turbinen oder 
Reactions-Räder in klarster Form zur Erscheinung bringt. Allerdings 
wurde dieses Wasserrad durch Withlaw, Fourneyron, Jonval u. A. 
wesentlich verbessert; allein die Priorität der Benützung des Seiten 
druckes gehört auch hier unbestritten dem Oesterreicher Segner, 
wobei wir noch bemerken müssen, dass Redtenbacher *) und ins 
besondere Rittinger durch ihre theoretischen Untersuchungen über 
*) Ferdinand Redtenbacher (Director des Karlsruher P oly- 
technikums, geboren zu Stadt Steyr in Ober-Oesterreich, 25. Juli 1809, 
gestorben zu Karlsruhe 16. April 1863) war mit dem 11. Jahre schon in
	        
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