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durchaus flachen und unbewegten Terrain, welches die Bahn zu
durchziehen hatte, vollständig entsprach.
Der Unterbau wurde auf der 405 Meilen = 307 Kilometer
langen Strecke von Wien nach Gänserndorf sogleich doppelgeleisig,
im Uebrigen aber eingeleisig erbaut und die später allgemein geltende
Spurweite Stephenson’s mit 4' 8*/*'' englisch = 1-436 Meter sofort
angenommen.
Das Terrain bot keine besonderen Schwierigkeiten für die Bau-
Ausführung.
Brücken und Durchlässe, welche in ziemlich grosser Anzahl
und Ausdehnung Vorkommen, wurden massiv hergestellt, die kleineren
ganz gemauert, grössere mit gemauerten Pfeilern und hölzerner
Trag-Construction.
Die Brücke über die Donau bei Wien in einer Gesammt-Spann-
weite von 266 Wiener Klafter = 430 Meter wurde allein, ganz in
Holz hergestellt. Der Grund dazu lag vorwiegend in ökonomischen
Rücksichten, sowie, dass man über ihre definitive Lage nicht schlüssig
werden konnte, weil schon damals an eine umfassende Regulirung
der Donau in der Nähe von Wien gedacht wurde.
Die Brücke erhielt 24 Oeffnungen von 9 1 /* bis 10 Vs Klafter =
18 bis 20 Meter Spannweite.
Die Construction bilden Sprengwerke mit gebogenen Zahn-
Balken, welche von Pfahl-Jochen getragen werden*).
Der Oberbau der Bahn war nach englischem System mit Stuhl-
Schienen und eichenen Querschwellen angelegt, die hochkantigen
schmiedeisernen Schienen wurden in ihren gusseisernen Stühlen mit
telst eiserner Keile gehalten.
Eine kurze circa 17s = 115 Kilometer lange Strecke
wurde nach amerikanischer Art mit Flachschienen auf Langschwellen
ausgeführt. *
Die Ausweichungen waren primitiv und bestanden Anfangs aus
zwei um ihre Wurzelpuncte drehbaren mit einander verbundenen
*) Diese Brücke besteht noch heute, und jetzt erst wird an dem Bau
einer massiv construirten Brücke gearbeitet, welche das gegenwärtig in der
Ausführung begriffene neue Donaubett überspannen und dann das ursprüng
liche Bauwerk ersetzen soll.