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der grössten damals auf dem Continente ausgeführten Steigung hei
Locomotiv-Bahnen von 1 : 130 (Neustadt - Gloggnitz) geschritten.
Der Unterbau wurde auf der ganzen Strecke für Doppel-Geleise
ausgeführt, und sind auf der Strecke von Wien bis Neustadt auch
sogleich beide Geleise gelegt worden.
Die Brücken und Yiaducte wurden, wo die Höhen-Verhältnisse
es nur irgend gestatteten, gemauert, wo nicht, wurden Pfeiler und
Widerlager aus Stein ausgeführt und für die Trag-Construction Holz
angewendet.
Der bei Baden erbaute 87°= 164 Meter lange Tunnel ist nach
dem später fast allgemein angewendeten sogenannten österreichischen
Tunnelbau-System hergestellt.
Für den Oberbau war das amerikanische System angewendet,
wonach die Schiene auf Langschwellen befestigt war, welche ihrer
seits durch Querschwellen getragen wurden.
Für die Hauptbahn kamen breitbasige Schienen zum ersten Mal
zur Anwendung; für die Nebenbahnen, wozu damals die Linie Neu
stadt-Gloggnitz gerechnet war, wurden Flach-Schienen angenommen.
An den Schienen-Stössen waren gusseiserne Unterlags-Platten
angebracht und die Schienen hatten auf ihre ganze Länge eine 2"'
bis 3'" = 5 bis 7 mm. dicke, in Theer getränkte Filz-Unterlage.
Die Schienen waren mit Schrauben an die Langschwellen
befestiget.
Als Spurweite wurde die Stephenson’sehe mit 4' 8V a “ =
1436 Meter angenommen.
Für die Ausweiche war die sogenannte Schleppweiche mit beweg
lichen Schienen des Hauptgeleises angewendet; das Herzstück der
Kreuzungen war aus vierkantigem Eisen gebildet und auf eine Blech-
Platte aufgenietet.
Die Drehscheiben hatten grösstentheils 25’ = 7'9 Meter Durch
messer, drei Kollenkränze und Drehzapfen; die eigentliche Scheibe
war aus Holz, die Grube gemauert.
Die Stationen waren je nach der Bedeutung der Ortschaften in
3 Glasseu eingetheilt; sämmtliche Stationen für Abfassung von
Wasser und Brennstoff eingerichtet.