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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Die Bahnhofs-Anlage in Wien bekundet die grossartige Con- 
ception des Erbauers in hervorragender Weise; sie reicht weit über 
die Beschränktheit damaliger Verhältnisse hinaus und erfüllte ihren 
Zweck bis vor wenigen Jahren. Für jede der beiden von Wien aus 
gehenden Linien, Wien-Bruck an der Leitha, und Wien-Wiener Neu 
stadt, waren getrennte Bahnhot - Gebäude ausgeführt, welche in 
regelmässiger Anordnung einander gegenüber standen und durch 
die Anlage einer derselben Gesellschaft gehörigen Fabrik für Eisen 
bahn-Bedarf, zu der beiderseits Geleise führten, in Verbindung 
gebracht waren. Beide Bahnhöfe hatten ihre Geleise in Etagen-Höhe 
über dem Strassen-Niveau liegen, so dass die städtischen Communi- 
cationen unbehindert unter der Bahn erhalten bleiben konnten. 
Zur Signalisirung wurden optische Zeichen angewendet. 
In dieselbe Periode fällt die Erbauung der Linie Mailand-Monza 
und deren Verlängerung bis Como, dann der Linie der lombardisch - 
venetianischen Ferdinands-Bahn und der ungarischen Bahnen. 
Die Hauptbahn Mailand-Monza L72 Meilen = 13 Kilometer 
lang, in ebenem, günstigem Terrain gelegen, bot für den Bau keinerlei 
Schwierigkeiten; ist auch ohne nennenswerte Bau-Objecte. 
Die Bahn wareingeleisig, hatte in den Stationen keine Weichen 
und das Kangiren der Züge erfolgte nur mittelst Drehscheiben. 
Die hochkantigen Schienen in gusseisernen Stühlen waren auf 
Steinwürfeln befestiget. 
Die Verlängerung dieser Bahn über Monza nach Como 411 
Meilen = 312 Kilometer lang, führt durch ein weit ungünstigeres 
Terrain. Zur Bewältigung desselben waren bedeutende Erd- und Fels- 
Einschnitte, 2 Tunnels, zudem auch Steigungen von 1 : 100 und 
Curven von 250° = 475 Meter Badius erforderlich. 
Die Steinwürfel-Unterlagen wurden hier nicht angewendet, 
sondern durch Querschwellen ersetzt. 
Die lombardisch-venetianische Ferdinands-Bahn war, als ihre 
Uebergabe an den Staat im Jahre 1852 erfolgte, auf eine Gesammt- 
Länge von 27-22 Meilen = 206 5 Kilometer vollendet. 
Die über die Lagunen führende gemauerte 1901° = 3680 Meter 
lange und 22° = 4 2 Meter über dem Meeres-Spiegel hohe Brücke
	        
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