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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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In technischer Beziehung von geringerem Interesse ist der Bau 
der Linien der Theiss-Bahn. 
Die Theiss-Bahn, erbaut von J. Schimke in den Jahren 1857 bis 
1860, durchzieht ebenes Land und es bot deren Ausführung weder 
charakteristische noch hervorragende Schwierigkeiten dar, auch hat 
sie keine technisch bedeutungsvollen Keconstructionen aufzuweisen. 
Die Linien der Lemberg - Czernowitzer Bahn von dem Bau- 
Unternehmer Brassey ä forfait erbaut; der Süd - Norddeutschen 
Verbindungs-Bahn unter der Leitung J. Schebek’s; der böhmischen 
Westbahn unter Fr. Mraz; der Turnau-Kralup-Prager Bahn und der 
böhmischen Nordbahn unter G. Löw, sind ohne wesentlich bauliches 
Interesse. Diese Bahnen wurden von General-Bau-Unternehmungen 
erbaut, von denen die Gebrüder Klein*), A. Lanna**) und 
J. Schebek die hervorragendsten Firmen sind. 
*) Franz Klein, geboren zu Wiesenberg (Oesterreichisch-Schlesien) 
1794, gestorben zu Seibersdorf (Oesterreichisch-Schlesien) 1855. 
Fr. Klein, der älteste von 6 Brüdern, erlernte die Gärtnerei, unternahm 
jedoch bald in Verein mit seinen Brüdern selbständig die Entwässerungs- 
Arbeiten in mehreren Park-Anlagen seiner Heimat, sowie 1815 die Aus 
führung eines Strassenbaues, 1817 die einer Fluss-Regulirung, 1818 die 
Regulirung der Canäle und die Verschönerungs-Arbeiten der Stadt Brünn. 
Ermuthigt durch die Anerkennung, welche ihren Arbeiten allgemein 
zu Theil wurde, dehnten sie ihre Unternehmungen rasch über alle Zweige 
des Bauwesens aus, übernahmen alle ärarischen Strassenbauten, führten 
bedeutende Strom-Regulirungen aus und betheiligten sich in hervorragender 
Weise bei den Bauten der österreichischen Eisenbahnen, wovon sie später 
bedeutende Längen im Pauschal-Preise ausfiihrten, was sie um so leichter 
zu thun im Stande waren, als sie bereits im Besitze bedeutender Eisen- 
Werke waren, die sie zur Mitleistung heranziehen konnten. 
Fr. Klein behielt bis zu seinem Tode die Leitung der von ihm in 
Gemeinschaft mit seinen Brüdern unternommenen Geschäfte. 
**) Adalbert Lanna, geboren zu Budweis 1805, gestorben dortselbst 
im Jahre 1871, studirte am Gymnasium seiner Vaterstadt, besuchte in Prag 
die polytechnische Schule, erlernte in Budweis den Schiffbau und trat als 
Steuermann auf der Moldau in Dienst. Er war der erste, der von Budweis 
aus seine Schiffe bis nach Hamburg führte, wo er den ausgedehntesten 
Export-Handel mit Holz und anderen Erzeugnissen seines Vaterlandes 
einleitete. 
Zum k. k. Schiffmeister ernannt, schloss er, selbst nicht im Besitze der 
nötigen Geldmittel, mit hervorragenden Grundbesitzern Contracte auf Holz- 
Lieferung ab, und brachte durch den Aufschwung des Holzgeschäftes und 
der Schifffahrt nicht nur allein den Schiffbau, sondern viele kleinere Unter 
nehmungen, wie Brettersägen, Getreidemühlen etc. seiner Heimat in Blüte. 
Durch diese Industrie veranlasst, richtete Lanna sein Augenmerk auf 
die Verbesserung der Verkehrswege, sow r ohl zu Wasser als zu Lande und 
betheiligte sich bei der Ausführung derselben.
	        
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