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detaillirtesten und auf die verschiedensten Belastungs-Arten aus
gedehnten Berechnungen sichergestellt werden. Es wäre ungerecht,
an diesem Orte nicht auch des Fortschrittes zu gedenken, welchen
die Werkstätten-Arbeit im Verlaufe weniger Jahrzehnte durch Ein
führung wesentlicher Verbesserungen in der Montirungs-Weise
gemacht hat.
Zu den Systemen selbst übergehend, finden wir beinahe aus
schliesslich das der schmiedeiserneu Balken-Brücken vertreten. Blech-,
Gitter- und Fachwerk-Träger kommen auf allen Bahnen für Strom-
und Thal-Uebersetzungen mit mehr oder weniger Variationen in der
Anordnung, Gruppirung und Querschnitts-Form der Haupt-Elemente
zur Anwendung. Das Ziel des Ingenieurs ist die harmonische Ver
bindung ästhetischer, ökonomischer und constructiver Motive. Die
diesem Ziele entspringenden Probleme sind daher im Wesentlichen:
Wahl der richtigen Grösse und Zahl der Oeffnungen, Ausnützung des
Materials bis auf die durch die Sicherheitsgrenze (bei Voraussetzung
der ungünstigsten Belastungsfälle) gestattete Inanspruchnahme des
Eisens auf absolute und rückwirkende Festigkeit, Bestimmung der
günstigsten Querschnitts-Form für die einzelnen Bestandtheile des
Systems, Vereinfachung desselben durch Vermeidung allen Ballastes
der Construction, d. h. aller Elemente, welche nicht zur Widerstands-
Fähigkeit und Stabilität der Tragwände absolut notwendig sind,
endlich Rücksichtnahme auf die durch die Temperatur-Schwankungen
alterirten Längen-Verhältnisse der Träger bei grossen Brücken.
Ob und inwieweit die Lösung dieser Probleme den Constructeuren
der Heuzeit geglückt ist, diess zu entscheiden kann umsoweniger Auf
gabe unseres räumlich beschränkten Berichtes sein, als die Beurthei-
lung hierüber nur von dem doppelten Gesichtspuncte der Oekonomie
in der Herstellung und der Solidität in der Construction aus geschehen
kann. So wenig positive Daten im Allgemeinen über die erstere in
die Oeffentlichkeit dringen, ebenso schwer hält es, ein sicheres
Kriterium für die letztere aufzustellen, da die zulässige Inanspruch
nahme des Materials bis vor Kurzem behördlich nicht festgestellt,
somit von dem Belieben des Constructeurs, d. h. von dessen mehr
oder minder vorsichtigen ürtheile abhängig gemacht war, da ferner