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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Wie  ersichtlich,  so  stellen  sich  die  genannten  Fachmänner
nichtdie  Schaffung  eines  neuen  selbständigen  Systemes,  sondern  nur
die  Verbesserung  bestehender  zur  Aufgabe.  Die  gleiche  Richtung
verfolgen  die  übrigen  Constructeure  der  Neuzeit  in  Oesterreich,  als:
Bach,  Etzel  (f),  Gerlich,  Karst,  Krippner,  Schnirch  (f),  Hermann,
Hornbostel,  Pontzen,  Press],  Schmidt,  Winkler  und  Andere.  Unterzieht ­
  man  die  von  ihnen  ausgeffthrten  Werke  einer  Kritik,  so  wird
man  finden,  dass  die  rectagonale  Form  der  Tragwand  als  solche
meist  beibehalten  wird  und  sich  die  eingeführten  Modificationen  blos
auf  die  Anordnung  der  Details  in  Bezug  auf  Querschnitt,  Anordnung
und  Vertheilung  beziehen.  Als  mustergiltige  Beispiele  des  Systemes
der  geraden  Träger  sind  die  in  der  neuesten  Zeit  von  der  österreichischen ­
  Staats-,  der  Franz-Josef-  und  Nordwest-Bahn  über  den
Donau-Strom  geführten  monumentalen  Brücken  hervorzuheben.  Bei
diesen  ist  überdiess  noch  des  wichtigen  Fortschrittes  in  Bezug  auf  die
Pfeiler-Fundirung  mittelst  comprimirter  Luft  zu  gedenken.  Die  erste
pneumatische  Fundirung  in  Oesterreich  geschah  durch  die  renommirte
Firma  Castor  bei  der  (später  erwähnten)  Brücke  in  Szegedin.  Das  hier
angewendete  System  erlitt  Verbesserungen  an  der  Etsch-Brücke  auf
der  Linie  Padua-Bovigo  und  endlich  bei  der  Stadlauer-Brücke  über
die  Donau  bei  Wien.  Die  übrigen  in  der  neuesten  Zeit  ausgeführten
Donau-Brücken  wurden  nach  dem  pneumatischen  Systeme  der  Firma
Klein,  Schmoll  und  Gärtner  hergestellt.  Raschheit,  Billigkeit  und
Solidität  der  Ausführung  bilden  die  wichtigen  Vorzüge  des  auf  vieljährige ­
  Erfahrungen  basirten  Vorganges  und  zeichnet  sich  derselbe
vor  den  in  der  ersten  Zeit  benützten  in  hervorragender  Weise  aus.
Nicht  unerwähnt  möge  das  Streben  der  neuesten  Zeit  bleiben,
die  Anwendung  des  Eisens  auch  auf  die  Herstellung  der  Pfeiler  bei
hohen  Viaducten,  wie  solches  seiner  Zeit  bei  der  Sitter  und  Freiburger ­
  Brücke,  so  wie  bei  dem  Krumlin-Viaducte  der  Fall  war,  auszudehnen, ­
  wofür  wir  den  Iglauer  Viaduct  der  Staats-Bahn  und  den
Weissenbach-Viaduct  auf  der  Laibach-Tarvis-Bahn  als  mustergiltige
Beispiele  anfithren.
Es  ist  früher  bemerkt  worden,  dass  die  Bahnen  dem  Systeme
der  schmiedeisernen  Balkenbrücken  eine  besondere  und  beinahe
            
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