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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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welche in England so rasch auf einander folgten; und diese That- 
sache lässt sich nur dadurch erklären, dass ausser der Montan 
industrie zu jener Zeit in Oesterreich fast gar keine andere existirte, 
für diese aber die vorhandenen Wasserkräfte noch hinlänglich aus 
reichten. An Verständniss für die Wichtigkeit der Dampfmaschine 
hat es sicherlich nicht gefehlt! 
War doch Arzberger einer der ersten, welcher 1819 eine 
gründliche Untersuchung über die Elasticität der Wasserdämpfe in 
den Prechtl’schen Jahrbüchern veröffentlichte, und wenn seine Arbeit 
nicht jenen Grad hoher Präcision und Vollständigkeit erreichte, wie 
die Arbeiten von Arago und Dulong im Jahre 1830, so ist wohl zu 
bedenken, dass die Mittel, welche Arzberger zu seinen Unter 
suchungen zu Gebote standen, gar nicht verglichen werden können 
mit jenen, welche die französische Akademie der Wissenschaften den 
beiden vorgenannten Gelehrten bewilligte. 
Wertvolle partielle Verbesserungen iii der Construction dieses 
Motors, besonders der Locomotive, wurden von Oesterreichern aus 
geführt. 
Der Verwendung des Dampfes als Motor für das Kleingewerbe 
tritt einerseits die Explosions-Gefahr entgegen, andererseits ist es bei 
der gegenwärtigen Construction unserer Dampfkessel nicht leicht 
möglich, die Dampf-Production dem jeweiligen sehr variablen Kraft 
bedarf eben so rasch anzupassen, und darum ist das Bestreben nach 
einem neuen Motor, welcher diesen beiden Cardinal-Forderungen 
des Kleingewerb-Betriebes besser entspricht, vollkommen berechtigt. 
Ob diess Ziel durch die Anwendung von Gas- und Luft-Motoren 
erreicht werden kann, muss die Zukunft entscheiden. 
Vorläufig sind dieselben besonders durch die Bemühungen von 
Lenoir, Ericsson, Schwartzkopf, Otto & Langen, Hugon etc. etc. in 
einer für die Praxis ziemlich gut verwendbaren Weise ausgeführt 
worden. Auch ein Oesterreicher, Redtenbacher, hat in seinem Werke, 
die Luft-Expansions-Maschine (1853), schon vorher in einer eigenen 
Schrift nicht blos eine eingehende Theorie dieser Maschine geliefert, 
sondern auch selbst eine calorische Maschine angegeben, die sich 
von jener Ericsson’s dadurch unterscheidet, dass sie doppeltwirkend
	        
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