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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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durch  den  Stein  verdrängt,  welcher  zur  Herstellung  der  Widerlager
und  Pfeiler  benützt  wird.
Erst  in  den  dreissiger  Jahren  gelangten  Stein  und  Eisen  zur
grösseren  Geltung.  Das  erstere  Material  wird  zur  einheitlichen
Durchführung  des  Baues  (Gewölbe)  und  das  letztere  zu  Ketten-Brücken
  (aus  Schmiede-Eisen)  sowie  gusseisernen  Bogenbrücken  verwendet. ­

In  eine  neue  Phase  der  Entwicklung  tritt  der  Brückenbau  mit
der  in  dem  vierten  Jahrzehnt  beginnenden  Aera  der  Eisenbahnen.
Während  nahezu  alle  Systeme  des  Auslandes  getreue  Nachahmung
finden,  so  wird  den  geraden  Balkenbrücken  eine  ganz  besondere
Pflege  zugewendet  und  dieselben  einer  sichtenden  Kritik,  sowie
wesentlichen  Verbesserungen  unterzogen.  Namentlich  gilt  diess  von
der  zweiten  Hälfte  unseres  Jahrhunderts  und  erscheint  die  ebenso
wissenschaftliche  als  rationelle  Durchführung  der  Construction  als
Kriterium  der  Neuzeit  gegenüber  der  einfachen  Nachahmung  fremdländischer ­
  Systeme  in  der  Epoche  der  ersten  Hälfte  unseres  Jahrhunderts. ­

Neben  den  wichtigen  Verbesserungen,  welche  die  uns  aus  dem
Auslande  überkommenen  Systeme  erlitten  haben,  können  wir  nur
drei  als  in  Oesterreich  producirte  wichtige  Neuerungen  bezeichnen,
nämlich  das  System  der  eisernen  Böhrenbogen-Hängebrücken  (1837),
das  der  Bogenbrücke  auf  elastischen  Pfeilern,  der  Theiss-Brücke
in  Szegedin  (1858)  und  das  der  versteiften  Ketten  -  Brücken
(1860).
Wrien  besitzt  eine  grosse  Zahl  der  in  Oesterreich  zur  Ausführung ­
  gelangten  Typen  in  Holz,  Stein  und  Eisen.  Wir  können  daher
empfehlen,  die  in  dem  Weichbilde  der  Residenz  befindlichen  Brücken
zu  besuchen  und  in  Natura  zu  studiren,  wobei  wir  der  Tegetthoff-Brücke
  über  den  Wienfluss  als  einer  der  schönsten  eisernen  Bogen-Brücken
  (System  Köstlin  und  Battig)  besonders  gedenken.
Wir  würden  uns  des  Vorwurfes  der  Unvollständigkeit  schuldig
machen,  wenn  wir  bei  der  Geschichte  des  österreichischen  Brücken-Baues
  nicht  eines  vaterländischen  Vereines  gedenken  würden,  dessen
Thätigkeit  einen  wichtigen  Einfluss  auf  die  wissenschaftliche  Bich-
            
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