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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Diesem folgte die Anlage des gleichfalls unter der grossen Kaiserin 
erbauten Lazareth-Bassins, so genannt von dem dazu gehörigen 
Neuen oder Theresien-Lazarethe *) (vollendet 1768). Die eben 
genannten Bau-Objecte, der Molo an der südöstlichen und das 
Lazareth an der nordöstlichen Extremität der Rhede gelegen, 
markiren deren Endpuncte und bilden die auf den genannten Ob 
jecten errichteten Batterien, im Vereine mit den auf den Höhen um 
Triest placirten, das Vertheidigungs-System der nach Westen offenen 
Rhede. 
Schifffahrts- und militärische Rücksichten geboten daher die 
Ausführung dieser zwei wichtigen Arbeiten. Nach deren “Vollendung 
wurde an die Anlage der Quai’s und Moli, respective an die Ein 
rahmung der Rhede geschritten. Diese Arbeit ging bei der Kost 
spieligkeit der Bauten und der grossen Ausdehnung der Rhede nur 
allmälig und langsam vor sich. Anfänglich nur auf zwei Drittel der 
Rhede, den der Stadt zunächstgelegenen Theil beschränkt, wurde 
sie erst mit der Epoche der Eisenbahn (eröffnet 1857) auf die resti- 
rende Strecke ausgedehnt, so dass es nahezu eines ganzen Jahrhun 
derts bedurfte, um der Triester Rhede die ihr vor dem Beginn des 
neuen Hafenbaues eigenthümliche Gestalt zu geben **). 
Die so gestaltete Rhede entsprach jedoch nicht den Anforderungen, 
welche heute an einen modernen Hafen gestellt werden. Hinderung 
*) Triest an dem illirischen,Fiumeim ungarischen Küstenlande, Mcgline 
in Dalmatien und seiner Zeit Venedig, sind Häfen 1. Classe das heisst 
solche, welche Schiffe aus allen Ländern der Erde aufnehmen können und 
deshalb auch zu dem Empfange der aus dem Oriente kommenden Fahrzeuge 
mit den notwendigen Lazarethen versehen sein müssen. Ueber Anlage des 
Triester Lazarethes, respective der Anordnung der Wohngebäude, Magazine, 
Bassins etc. siehe Förster’s „Bau-Zeitung“ Jahrgang 1842: „Die See- und 
Sanitäts-Anstalten in Triest.“ 
**) An zahlreichen Projecten zur Ergänzung der Rhede hat es nicht 
gefehlt. Wir könnten nahezu ein Dutzend von Secker (1803), Wiebeking 
(1804), Peracoca Istriano (1808), k. k. küstenländische Bau-Direction (1825 
und 1833) und Anderen aufzählen. Die vorherrschende Tendenz derselben 
war Beschränkung der Rhede auf % der Ausdehnung, Verwandlung der 
selben in einen geschlossenen Hafen und möglichste Rücksichtnahme auf 
dessen militärische Vertheidigung. Keines derProjecte kam zur Ausführung 
und beschränkte man sich blos darauf Quai’s und Moli in der von der 
Schifffahrt gebotenen Ausdehnung herzustellen. Da der Verkehr der 
Letzteren erst in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts einen besonderen 
Aufschwung nahm, so beginnt eine grössere Entwicklung der Bauthätig- 
keit auch nur von der genannten Epoche an.
	        
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