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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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des freien Schiffsverkehrs, sowie Mangel an leichter und inniger Ver 
bindung zwischen Wasser- und Bahnstrasse sind die wesentlichen 
Uebelstände der Khede und mussten mit der wachsenden Schiffs- 
Bewegung immer empfindlicher werden. 
Zur Beseitigung dieser Uebelstände entschloss sich die öster 
reichische Regierung die nordöstliche Hälfte der offenen Rhede in 
einen geschlossenen Hafen zu verwandeln, um denselben mit allen 
von dem heutigen Stande der Schifffahrt gestellten Anforderungen zu 
versehen. Da der in das Jahr 1868 fallende Beginn des Baues ausser 
dem Bereiche unseres Berichtes liegt, so erlauben wir uns nur kurz 
zu bemerken, dass durch die neue Anlage folgende Elemente der 
Schifffahrt zur Benützung geboten werden: drei durch einen Hafen 
damm geschützte Bassins mit einem Fassungsraume von wenigstens 
150 grossen Handelsschiffen (beispielsweise die des österreichischen 
Lloyd), vier geräumige Moli, ausgedehnte Lagerflächen mit einem 
Gesammtbetrage von nahezu 30 Hectares (über 52 V« österreichische 
Joch), eine Quai-Entwicklung von nahezu 4000 Metern (2100°) und 
endlich eine Minimal-Wassertiefe von 6 Metern (316°) *). 
Fiume. Die Stadt Fiume besitzt eine offene Rhede wie Triest, 
jedoch ohne die von der Natur begünstigte Situation der letzteren. 
Zwei zu verschiedenen Zeiten erbaute und mit einander nicht in Ver 
bindung stehende Bassins bilden die einzigen, dem Seeverkehre 
dienenden Wasserflächen. 
*) Die neue Anlage ist auf das von Talabot im Jahre 1861 vor 
gelegte, die Umwandlung der ganzen Triester Rhede zu einem geschützten 
Hafen bezweckende Project basirt. Oekonomische Gründe bestimmten die 
österreichische Regierung vorläufig nur die eine Hälfte der Rhede der 
modernen Reform zu unterziehen und wurden zur endgiltigen Feststellung 
des Planes zahlreiche Commissions-Sitzungen (siehe : „Das Triester Hafen- 
Project nach den Beschlüssen der in Triest abgehaltenen Commission“. 
Wien 1862) mit Beiziehung des Marseiller Hafenbau - Directors Pascal 
abgehalten, als deren Resultat ein Project hervorging, welches noch während 
der Ausführung selbst den im Interesse der Schifffahrt zweckdienlichen 
Modificationen unterzogen wurde. Die Ausführung des neuen Hafens inclu 
sive der damit verbundenen Ablenkung der Wildbäche Klutseh undMartesin 
kostet die Staats-Verwaltung 13 */, Millionen. Ausführliches über den Triester 
Hafen, siehe Zeitschrift des Oesterr. Ingenieur- und Architekten-Vereines, 
J. 1872: „Die Material-Beschaffung für den Triester Hafen“ und Allgem. 
Bauzeitung, J. 1872: „Der Betrieb der Steinbrüche von Sittiana für den 
Triester Hafenbau“.
	        
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