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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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ist, einen besonderen Calorifer besitzt und stärker als dieEricsson’sche 
Maschine expandirt. Hier dürfte es am Platze sein, der "Verdienste 
dieses ausgezeichneten Mannes, der in so glücklicher Weise gediegenes 
theoretisches Wissen mit richtigem praktischen Blick vereinigte, 
nochmals zu gedenken. Er war es, welcher zuerst die Grundsätze für 
den Bau von Motoren in ein geordnetes System brachte und durch die 
Aufstellung allgemeiner Normen für die Construction der Maschinen- 
Elemente diesen Zweig des Maschinen-Baues von dem Chaos rein 
empirischer Begeln befreite. Daher strömten auch zu ihm, um von 
dem Meister zu lernen, aus allen Ländern die Jünger des Maschinen- 
Baues. 
An ihm so wie an Karmasch zeigte sich wieder recht klar 
die Missgunst der Verhältnisse, mit welchen damals diejenigen 
Oesterreicher im eigenen Vaterlande zu kämpfen hatten, welche 
ihrer Zeit vorauseilend, mit klarem Blicke die Bedingungen der 
industriellen Entwicklung Oesterreichs erkannten. Bei der beispiel 
losen Indolenz unserer damaligen Regierung für industriellen und 
gewerblichen Fortschritt war es für Männer von solcher Begabung 
wohl selbstverständlich, dass sie das Feld ihrer Wirksamkeit in 
ihrem weiteren Vaterlande suchten und fanden. 
Lenken wir unseren Blick auf das Gebiet der Arbeits-Maschinen, 
deren Construction in vielen Fällen einen ausserordentlichen Auf 
wand von Scharfsinn und praktischen Erfahrungen erfordert, und 
gedenken wir hiebei zunächst jener Mäimer, welche sich nicht blos 
für specielle Industrie-Zweige, sondern im Allgemeinen mit der ratio 
nellen Construction von Arbeits-Maschinen beschäftigten, so müssen 
wir zunächst Altmütter’s*) gedenken, welcher sich die Förderung der 
gewerblichen Entwicklung in Wort und Schrift zur Lebensaufgabe 
*) Georg Altmütter, geboren zu Wien 6. October 1787, gestor 
ben den 16. September 1821, begann in Wien seine Studien und setzte sie in 
Prag fort. Nach Vollendung derselben war er drei Jahre Assistent der Physik 
am k. k. Theresianum in Wien, 1816 dasselbe an dem eben daselbst errich 
teten polytechnischen Institut und ein Jahr darauf Professor an dieser 
Anstalt. Ausser seinen zahlreichen, meistens technologischen Original-Auf 
sätzen in Prechtl’s „technologischer Encyelopädie“, in den „politechnischen 
Mittheilungen“ vonVolz und Karsten, in der „Maschinen-Encyclopädie“ von 
Hülsse u. a. verfasste er die Beschreibung „der Werkzeug - Sammlung des 
k. k. politechnischen Instituts“ (Wien 1825, 3. Auflage 1846).
	        
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