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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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und Molo-Mauern, ist nur ein Theil der Anforderungen, welche die 
Schifffahrt an einen gut eingerichteten Hafen stellt. Sie verlangt für 
ihre Fahrzeuge noch ferner Einrichtungen zum Löschen und Laden 
der Waaren, ausreichende Verankerungsmittel, Vorrichtungen zur 
Ausführung der notwendigen Beparaturen und schliesslich die con- 
stante Erhaltung der notwendigen Wassertiefe. Die Gesammtheit 
dieser Apparate und Baulichkeiten fassen wir unter dem Titel: 
Hafen-Ausrüstung zusammen. 
Die in den deutschen, französischen und englischen Häfen so 
häufige Anwendung von fixen und beweglichen, längs der Quai-Mauer 
aufgestellten Krahnen, mangeln in den österreichischen Häfen 
nahezu gänzlich. Triest besitzt einen schwimmenden (25 Tonnen 
Tragfähigkeit) *) und einen einzigen fixen Erahn (6 Tonnen Trag 
fähigkeit). Die sämmtlichen übrigen Hafenplätze Dalmatiens und des 
Küstenlandes besitzen gar keinen Erahn. Der Mangel an Krahnen 
ist um so empfindlicher, als gerade Küstenfahrer und Segelschiffe 
sich derselben in hervorragender Weise bedienen und die Zahl dieser 
Gattung Fahrzeuge in Oesterreich noch die bei Weitem über 
wiegendste ist. Dampfschiffe haben ohne Ausnahme ihre Krahne an 
Bord und besorgen selbst das Aus- und Einladen der Waaren. 
Welche Dienste gerade in Triest eine ausreichende Zahl ent 
sprechend und gut vertheilter Krahne im Interesse einer ökono 
mischen und raschen Waaren-Manipulation leisten würde, liegt bei 
den beschränkten Lager- und Anlande-Flächen auf der Hand. 
Die in unseren Häfen zur Anwendung kommenden Vertauungs- 
mittel sind Anbindpfähle und Bojen. 
Die ersten kommen nur in der Khede von Triest (Fari genannt) 
vor und bestehen aus einer Gruppe in den Meeresgrund getriebener 
Eichenpfähle, welche ungefähr 2 Meter über die Ebbe hervorragen 
und an ihren Köpfen mittelst hölzerner oder eiserner Bahmen so ver 
bunden sind, dass sie ein Ganzes von der Form einer abgestutzten 
*) Dieser Erahn wurde von dem mechanischen Bureau der k. k. See- 
Behörde nach dem Entwürfe des damaligen Ober-Inspectors von Mauser im 
Jahre 1859 erbaut und leistet treffliche Dienste für das Aus- und Einladen 
schwerer (allerdings seltener vorkommender) Gegenstände als : Panzer- 
Platten, Locomotiven, Dampf-Kessel, Waggons etc.
	        
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