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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Vermehrung  der  Schulen  durch  Anordnung  des  Excurrendo-Unterrichtes, ­
  die  Erweiterung  des  Präparanden-Unterrichtes  durch  Begünstigung ­
  der  Musik  und  allgemeine  Festsetzung  der  Unterrichtszeit
auf  6  Monate,  die  allerdings  nicht  bedeutende  Aufbesserung  der
Lehrergehalte,  die  Einreihung  der  Lehrer  unter  die  „Honoratioren“  und
Aufnahme  derselben  in  eine  Bangclasse  des  Staates,  die  möglichste
Beschränkung  der  Zahl  der  Privat-Lehranstalten,  die  obligatorische
Einführung  und  detaillirte  Organisirung  des  Wiederholungs-Unterrichtes, ­
  die  Ordnung  der  Schulstunden,  die  Verschärfung  der  Controle
  bei  Anstellungen  im  Lehramte,  die  Einführung  eines  Probe-Trienniums
  an  Normal-  und  Haupt-Schulen  u.  s.  w.
Unter  Ferdinand  dem  I.  wurden  behufs  Besetzung  aller  Lehrerstellen ­
  Coneurs-Ausschreibungen  angeordnet;  der  Gebrauch  von
Schulbüchern,  die  in  den  Landessprachen  abgefasst  waren,  wurde
gestattet  und  am  7.  November  1840  inWien  ein  pädagogischer  Ours
für  Lehrerinnen  errichtet.
Im  Laufe  dieser  Periode  stellten  sich  als  besondere  Mängel  der
österreichischen  Volksschul-Gesetzgebung  heraus:  Der  zu  geringe
tmfang  des  Wissens,  das  an  der  Trivial-Schule  erworben  werden
konnte,  die  Planlosigkeit  des  Unterrichtes  an  Hauptschulen,  das
zähe  Festhalten  an  den  alten,  den  Anforderungen  der  Zeit  nicht
mehr  entsprechenden  Schulbüchern,  die  völlige  Ignorirung  des  Anschauungs-Unterrichtes ­
  ,  die  Vernachlässigung  einer  zeitgemässen
Lehrerbildung  und  häufige  Hintansetzung  des  eigentlichen  Schul-Dienstes
  zu  Gunsten  des  Messner-  und  Organisten-Dienstes,  das
daraus  notwendig  resultirende  Sinken  der  Achtung  vor  dem  Lehrer-Stande
  u.  s.  w.  Die  unzähligen  Klagen  über  den  Mechanismus  beim
Unterrichte,  die  insbesondere  in  den  vierziger  Jahren  laut  wurden,
dürfen  nicht  befremden,  denn  Mechanismus  war  die  notwendige  Folge
der  angezogenen  Uebelstände.
Eine  neue  Epoche  des  österreichischen  Schul-Wesens  begann
mit  der  Errichtung  eines  eigenen  Unterrichts-Ministeriums  am
23.  März  1848*).  Unter-Staatssecretär  Freiherr  v.  Feuchtersieben

')  Erster  Unterrichts-Minister  war  Freiherr  v.  Somaruga.
            
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