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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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gestattet. Pensionsfähig waren blos die eigentlichen Hauptschullehrer 
und deren Hinterbliebene. 
Trivial-Schulen waren in der Kegel dreiclassig, Hauptschulen 
principiell vierclassig; stieg die Anzahl der Schüler einer Classe 
über 100, so sollte eine Parallel-Classe errichtet werden. Den Unter 
richt hatte in jeder Classe nur ein Lehrer zu ertheilen; behufs 
Erzielung eines einheitlichen Vorgehens waren an Hauptschulen 
Monats-Conferenzen festgesetzt. Wenigstens vierteljährig hatte der 
Schul-Bezirks-Aufseher Schulbezirks - Conferenzen einzuberufen. 
Die Aufnahme von Schülern in die Hauptschule durfte nur 
bei Beginn des ersten halben Schuljahres , die Aufnahme iu die 
Trivial-Schule auch bei Beginn des zweiten erfolgen. Die Dauer des 
Schuljahres war auf 11 Monate festgesetzt. Der Unterricht wurde an 
Trivial-Schulen in der Kegel, an Hauptschulen immer ganzjährig und 
ganztägig nach den vorgeschriebenen Schulbüchern ertheiltr Bezüg 
lich der Lehr-Methode existirten keine zwingenden Bestimmungen-, 
an Schulen, mit denen Lehrer - Bilduugsaustalten verbunden waren, 
wurde vorzugsweise die Lautirmethode, nicht selten aber auch schon 
die Schreiblese-Methode in Anwendung gebracht; ältere Lehrer 
behielten sehr häufig noch die Buchstabir-Methode bei. 
Als Belohnungen waren an Volksschulen zulässig: Belobungen, 
sogenannte Fleisszettel, Betheilung mit Bildern religiösen Inhaltes, 
Eintragung in das Ehrenbuch u. s. w., als Strafen: Verweise, Schand- 
bänke, Zurückbehalten in der Schule behufs Nachholung des Ver 
säumten und körperliche Züchtigung. 
Was die Lehrmittel betrifft, so waren besonders die von Herr 
mann verbesserte russische Bechen-Maschine, die Bechen-Apparate 
von Jarisch, Ziwny, Krämer und Bleich, die Bechen-Tabellen von 
Herrmann und Fleischmann, die Globen von Schöninger und Felkl, 
die Planigloben von Scheda, die Hemisphären von Sydow, die ver- 
schiedeneu Karten von Perthes, die zoologischen Abbildungen von 
Zippe, die Naturgeschichte des Thierreiches und des Pflanzenreiches 
von Schill und Schreiber, die Greiner’schen Schreibhefte, der 
Anschauungs-Unterricht in Bildern, die Bilder zum Anschauungs 
unterricht von Schreiber und Schill u. s. w. in Gebrauch.
	        
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