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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Orgelspiel und in der Landwirtschaft trat der in den weiblichen 
Handarbeiten. 
Candidaten für Bürgerschulen mussten das 17. Lebensjahr 
zurückgelegt und eine vollständige Realschule oder eine drei- 
classige Unter-Realschule sammt dem Präparauden-Curse absolvirt 
haben. Gemeinsamen Unterricht erhielten selbe aus der Religion, der 
Pädagogik und Methodik, dem Zeichnen und dem Schönschreiben, 
im Uebrigen stand ihnen jedoch die Wahl einer der drei Gruppen 
von Lehrfächern — Sprachfaeh, Geschichte und Naturgeschichte; 
Mathematik, Zeichnen und Physik; Naturgeschichte, Physik, Chemie 
und Mathematik — frei; nach Absolvirung eines 2jährigen Bildungs- 
Curses hatten sie sich einer schriftlichen und mündlichen Prüfung aus 
den Gegenständen der gewählten Gruppe sowie einem Probevortrage 
zu unterziehen. 
J. M. Hinterwaldner. 
Realschulen*). 
Die ersten Spuren einer Bedachtnahme auf specifisch reale Bil 
dung begegnen uns in Oesterreich etwa um die Mitte des 18. Jahr 
hunderts; im Jahre 1745 ordnete nämlich Maria Theresia über van 
Swieten’s Vorschlag an den Universitäten Vorlesungen über Experi 
mentalphysik und im Jahre 1751 die Errichtung einer „mechanischen 
Lehrschule“ in Mähren an, doch wurde die Durchführung des diess- 
bezüglichen von Rabstein entworfenen Lehrplanes durch den Mangel 
an tüchtigen Lehrern und passenden Schulbüchern sowie durch den 
Ausbruch des siebenjährigen Krieges zum Scheitern gebracht. Im 
*) Vergleiche die diessbeziiglichen ausgezeichneten Arbeiten von 
Dr. Picker in Dr. K. A. Schmid’s Encyklopädie des gesammten Erziehungs 
und Unterrichtswesens (Artikel „Oesterreich“) und von Beer & Hochegger 
(Die Fortschritte des Unterrichtswesens in den Cultur-Staaten Europa’s), 
nach welchen die folgende Skizze vorzugsweise zusammengestellt wurde. 
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