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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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bei den in Deutschland unter dem gleichen Namen bestehenden 
Schulen, welche ausserdem auch ganztägigen Unterricht haben, eine 
wissenschaftliche Vorbereitung zu höheren technischen Studien oder 
zu niederem Gewerbebetriebe, sondern lediglich, mit Benutzung 
weniger freier Sonntags- und Abendstunden, theils eine Ergänzung 
der in diesen Kreisen meist mangelhaften Schulbildung, und eine auf 
das Nötigste beschränkte Bekanntmachung mit den Hilfswissen 
schaften der technischen Praxis, mit Ausschluss jedes humanitären 
Bildungs-Gegenstandes angestrebt. 
Der erste Keim der Gewerbeschulen wurde mit den sogenannten 
Sonntagsschulen für Handwerks-Lehrlinge gelegt, welche, mit den 
Volksschulen vereinigt, sich nur auf den Unterricht im Lesen, 
Schreiben, Bechnen zu Ergänzung und Mehrung des aus der Volks 
schule Mitgebrachten beschränkten. Ebenso wurde durch Errichtung 
von Sonntags-Zeichenschulen in den Hauptstädten Oesterreichs dem 
gewerblichen Bildungsbedürfnisse bereits frühzeitig entsprochen. 
Schon Kaiser Josef II. erklärte hierauf bezüglich im Hofbefehle vom 
7. Juli 1783*): „dass in den Zeichnungsschulen der Knaben vorzüglich 
die Anleitung zur Abzeichnung geometrischer Figuren, des Laub 
und Schnitzwerks zu geben sei, als welcher Unterricht ihrer künftigen 
Bestimmung zu Handwerkern oder Cotton-, Zitz- und Leinwand- 
Druckerei-Fabrikanten am meisten entspreche.“ 
Obzwar bereits 1840 zur eingehenderen Förderung des gewerb 
lichen Zeichenunterrichtes 4 ständische Zeichenschulen und zwar in 
Prag, Olmütz, Lemberg und Graz, sowie eine Manufactur-Zeichen- 
scbule**) in Wien mit ganztägigem Unterrichte bestanden, so hatte 
man erst in den letzten drei Decennien die Zahl solcher Schulen zu 
vergrössern, deren Besuch zu regeln und den Lehrstoff mit weiteren, 
der gewerblichen Bildung nützlichen Gegenständen zu bereichern, 
ernstlich angestrebt. 
*) Ebenso verfügte Kaiser Josef II. im Hofbefehie vom 4. Februar 
1782: „Die Bestimmung der Zeichnungsclasse an den Normal-Schulen sei 
zur Anführung der Handwerker zur Verfertigung regelmässiger Pläne 
und Risse.“ 
**) Dieselbe war mit der Akademie der bildenden Künste bei St. Anna 
bis zum Jahre 1848 vereinigt. 
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