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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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durch dessen Bestreben mit jeder Volksschule eine Industrie- 
Schule in Verbindung zu bringen, wodurch der feste Grund zur 
bedeutenden Entfaltung der böhmischen Industrie gelegt ward. Später 
kamen die Spinn-Schulen mehr in Verfall, bis die Einführung des 
mechanischen Webestuhles dieselben wieder belebte (1830), um 1840 
wieder einzugehen. Die in Prag 1767 errichtete Spitzen-Klöppel- 
Schule wurde nach ihrem Eingehen mehreremale neu errichtet und 
zwar: 1812, 1813 und 1818. 
Im .Jahre 1820 bestanden noch 15 solcher Schulen. Erst in den 
letzten drei Decennien begann man in Oesterreich auch für andere 
Gewerbszweige Fachschulen in’s Leben zu rufen. So wurde am 
25. Juli 1848 am Wiener Polytechnikum die bereits erwähnte 
k. k. Gewerbs-Zeichenschule gegründet. Sie hatte den Zweck prak 
tischen Arbeitern, Lehrlingen und Gesellen die Gelegenheit zu bieten, 
sich insbesonders in den zeichnenden Fächern auszubilden. Sie bestand 
aus vier Fach-Abtheilungen, nämlich: a) für allgemein vorbereiten 
des Zeichnen für das Klein-Gewerbe, b) für Bau - Gewerbe und 
Metall-Arbeiter, c) für Manufactur-Zeichner, d) für Mechaniker. An 
letzterer Abtheilung wurden auch populäre Vorträge über Maschinen- 
Kunde gehalten. Diese Schule besuchten zwei Kategorien von 
Schülern, solche, die täglich an Wochentagen und solche, die nur an 
Sonntagen kamen. Bei der Beorganisation des Polytechnikums 1865, 
wurde die Gewerbs-Zeichenschule auf Kosten des n. ö. Studienfondes 
selbständig constituirt. 
Unter den Webeschulen ist vor Allem die vom nieder-öster 
reichischen Gewerbeverein in Wien 1847 errichtete Webeschule 
(Manufactur- und ZeichneD-Schule) zu nennen, welche 1858 an die 
Gumpendorfer Gewerbeschule übertragen wurde. Im Jahre 1852 
wurde in Beichenberg (Böhmen) vom dortigen Gewerbevereine eine 
Webeschule errichtet, welche 1864 in eine höhere Webereischule 
umgewandelt wurde. 
Die höheren Webereischulen, eine Schöpfung der Neuzeit, 
bilden ihre Schüler nicht nur zum praktischen Betriebe des Webe- 
Stuhles, sondern vorzugsweise in dem theoretischen Theile der 
Weberei und im Entwerfen und der Ausführung von Stoffmustern
	        
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