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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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sungen  in  den  Kriegs-Wissenschaften  und  in  der  Forst-Wissenschaft.
Ueberblicken  wir  die  in  der  Gfesammtheit  dieser  Vorträge  behandelten ­
  Lehr-Gegenstände,  so  sehen  wir  in  deren  Kreis,  wenn  wir  vom
damaligen  Standpuncte  der  Wissenschaft  aus  urtheilen,  all’  dasjenige
aufgenommen,  was  überhaupt  zum  Unterrichte  an  einem  polytechnischen ­
  Institute  geeignet  war.  Wenn  daher  Stapf  am  Schlüsse  seiner
Schritt  sagt:  „dieses  sind  die  sämmtlichen  Lehrzweige,  über  welche
ich  in  der  auf  meine  Vorstellung  vom  höchsten  Ort  errichteten  Lehr-Anstalt
  öffentlichen  Unterricht  ertheile -1  und  also  seine  Lehrkanzel
eine  ganze  Lehranstalt  nennt,  so  entspricht  diess  zwar  nach  den
Lehrfächern  der  W  ahrheit,  enthält  aber  zugleich  indirect  das  Geständniss,
  dass  eine  solche  Aufgabe  die  Kraft  eines  einzelnen  Mannes  und
wäre  er  noch  so  bedeutend,  übersteigt.  Hier  bedarf  es  einer  ganzen
Schule.  Und  so  überreichten  auch  wirklich  die  Stände  Tirols  dem  Kaiser
Ferdinand  im  Juni  1842  ein  Gesuch,  worin  sie  die  Bitte  des  Central-Ausschusses
  der  tirolisch-vorarlbergischen  Landwirtschafts  -  Gesellschaft ­
  um  eine  technische  Schule  zu  Innsbruck  aufs  Wärmste  unterstützten. ­
  Aber  nach  langen  Verhandlungen  entschied  die  allerh.  Entschliessung
  vom  2.  September  1844  dahin,  dass  mit  der  Errichtung
einer  technischen  Lehranstalt  zu  Innsbruck  so  lange  zuzuwarten
sei,  bis  die  eingeleiteten  Berathungen  über  den  künftigen  Organismus
des  technischen  Unterrichtes  überhaupt  beendet  seien.  Hiebei  verblieb ­
  es  trotz  eines  neuerlichen  Ansuchens  der  Stände  *).  Seitdem
dürften  die  Wünsche  Tirols  durch  die  Errichtung  einer  Realschule  in
Innsbruck  und  die  Vervollständigung  der  dortigen  Universität  befriedigt ­
  sein  und  dem  Bedürfnisse  der  westlichen  Länder  Oesterreichs
nach  einer  eigenen  technischen  Hochschule  könnte  vielleicht  dadurch
entprochen  werden,  dass  der  Bitte  der  Stände  Ober-Oesterreichs
um  die  Errichtung  einer  solchen  in  Linz  Gehör  geschenkt  würde.
Drei  hervorragende  Männer  von  umfassendem  Geiste,  Gerstner,
Prechtl  und  Stapf,  waren  es  also,  welche  sämmtliche  technischen
Wissenschaften  ihrer  Zeit  in  seltener  Universalität  beherrschten  und

*)  Die  technische  Bildung  im  Kaiserthum  Oesterreich.  Ein  Beitrag
zur  Geschichte  der  Industrie  und  des  Handels  von  Dr.  H.  J.  Bidermann.
"Wien,  1854.  S.  1*4  und  95.
            
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