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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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dem technischen Unterrichte in Oesterreich die Bahn brachen. Die 
Bemühungen der beiden ersteren führten zur Errichtung der Anstalten 
zuPrag und zu Wien, denen sich bald noch fernere zugesellten. Nach 
wenigen Jahren konnte Prechtl von der Wiener Hochschule schreiben: 
„So reift allmälig das Institut von der zarten Pflanze, die jeder 
Windstoss beugt, zum festgewurzelten Baume, der reichliche Früchte 
trägt.“ Zu solcher Aeusserung wurde er veranlasst durch die Vollen 
dung des Instituts-Gebäudes und die beinahe von Jahr zu Jahr statt 
findende Vermehrung der Lehrkanzeln. Letztere entsprach dem aus 
serordentlichen Aufschwünge der Industrie, der Technik und des 
Verkehres, welcher in der Ausbildung des Maschinen-Wesens, der 
technischen Chemie, der Eisenbahnen, Dampfschiffe und Telegraphen 
gipfelt. Bildet aber jetzt, um nur ein Beispiel anzuführen, die Loeo- 
motive allein bereits den Gegenstand selbständiger ausführlicher 
Werke, so wurde es schliesslich für den Schüler unmöglich, sich auch 
nur lernend jene encyklopädische Uebersicht zu verschaffen, welche 
am Anfänge der Periode den obengenannten Meistern sogar lehrend 
zu vertreten möglich war. Früher als an der Wiener Anstalt 
erkannte man diess an den jüngeren Instituten in Deutschland und der 
Schweiz. Man führte für diellauptzweige des technischen Berufes Fach 
schulen ein und gewann damit in der Ausbildung fürspeeielle Sphären 
einen Augenblick den Vorsprung vor uns. Diess erregte nun auch bei 
uns den Buf nach Fachschulen, welchem die österreichischen Institute 
durch zeitgemässe Beorganisationen, darunter die des Wiener Insti 
tutes im Jahre 1866*), gerecht wurden. Als solche Fachschulen 
wurden meist unterschieden: die Ingenieur-Schule, die Maschinen- 
Bauschule, die chemisch-technische Schule und die Bauschule. 
Der reichen und bunten Entfaltung des technischen Lebens 
konnte aber eine solche Facheintheilung nicht völlig Genüge leisten, 
besonders, wenn sie, wie es anfangs geschah, mit dem Zwange der 
*) Vergleiche das mit allerh. Entschliessung vom 17. October 1865 
genehmigte neue „Organisations-Statut des k. k. polytechnischen Institutes 
in Wien“. Die Motive erfährt man zum grössten Theile aus der als Manu- 
script gedruckten Schrift: „Entwurf eines Organisations-Statutes für das 
k. k. polytechnische Institut in Wien.“ Sammt Motiven im Aufträge des 
hohen k. k. Staats-Ministeriums verfasst von dem Professoren-Collegium 
dieser Anstalt. Wien, 1864.
	        
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