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Volltext: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

Die Schule wurde mit einer Bibliothek von 700 Bänden, vier 
Stipendien und mit geodätischen und nautischen Instrumenten, welche 
sich noch gegenwärtig, in dem Cabinete der nautischen Abtheilung 
der k. k. Akademie für Handel, Nautik und Schiffbau in Triest befin 
den, versehen. 
Diess war der Beginn des öffentlichen nautischen Unterrichtes 
in Oesterreich. 
Die Wünsche der erleuchteten Kaiserin konnten jedoch nicht 
sobald erfüllt werden. Die Unwissenheit hielt die Scheu vor dem 
Kampfe mit Wogen und Winden aufrecht, Lehrer, die das 
Seemannslehen nicht kannten, flössten kein Vertrauen ein; der 
Zweifel, von dem Meere einen grösseren Erwerb als jenen des Fisch 
fanges und des Verkehres mit der zunächst gelegenen Küste gewin 
nen zu können, und die Armuth des Hinterlandes benahmen den 
wenigen Bewohnern des Küstenstriches bei Triest die Lust, sich für 
ungewisse gefahrvolle Unternehmungen zur See geistig vorzubereiten. 
Nach zwanzigjährigem zwischen Fortbestehen und Zerfallen schwan 
kendem Bestände wurde die Schule wegen Mangels an Schülern nach 
Fiume verlegt, wo sie im Jahre 1780 mit dem dortigen Lyceum ver 
schmolz. Die Instrumente wurden im Jahre 1781 nach Triest überführt. 
Im Jahre 1785 erfolgte abermals die Eröffnung einer nautischen 
Schule in Triest. Die Schule war Anfangs selbständig, wurde aber 
während der französischen Occupation von 1809—1813 dem damals 
in Triest errichteten Lyceum, welches später Collegium hiess, ein 
verleibt, hierauf von 1813 —1814 mit dem Gymnasium vereiniget 
und endlich von 1814—1817 wieder selbständig. 
Kaiser Franz I. hatte bereits am 11. Juni 1807 beschlossen, in 
Triest eine Keal-Akademie für Handel zu gründen, die Kriegsereig 
nisse jener Zeit gestatteten jedoch die Eröffnung der Anstalt erst im 
Jahre 1817. Der Keal-Akademie, deren Titel lautete: „Accademia 
Reale o Scuola Keale di Commercio,“ wurde auch die nautische Schule 
beigefügt, sie blieb seitdem mit ihr vereiniget. Aus der Real-Akademie 
entwickelte sich die gegenwärtig aus drei Sectionen, der cominer- 
ciellen, nautischen und Schiffbau-Abtheilung bestehende I. R. Acca 
demia di Commercio e Nautica.
	        
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