MAK

Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

Zur Geschichte der Geographie. 
Es darf nicht übersehen werden, dass die Geographie, wie wir 
den Begriff heute auffassen, eine junge Wissenschaft ist und ihre 
Entwicklung sich an mehr Bedingungen knüpft, als die anderer 
Wissenschaften, da sie nicht nur der andern bedarf, und zwar in einer 
gewissen ihr zusagenden Form, sondern mit der Anregung und För 
derung ihres Studiums auch an Umstände gewiesen ist, die zum 
grossen Theil ausserhalb der Wissenschaft liegen. Niemand wird den 
Einfluss leugnen, den die Vermehrung und Vervielfältigung der Ver 
kehrsmittel auf das Studium der Geographie übt, oder die Erleich 
terung, welche die vorgeschrittene Technik in der graphischen Dar 
stellung geographischer Objecte, in der Vervollkommnung hypso 
metrischer Instrumente bietet, endlich den Vortheil, den eine von 
reichen Anschauungs-Mitteln unterstützte Lehr-Methode diesem 
Studium entgegenbringt. 
Mit dieser Erwägung versetzen wir uns in die Zeit, wo die 
grosse Maria Theresia den schlummernden Geist des Wissens in 
ihren Völkern wachrief, und lassen wir dabei, um gerecht zu sein, die 
engen Grenzen des Begriffs nicht ausser Acht, der damals mit dem 
Worte „Geographie 11 bezeichnet ward. Die kosmischen Verhältnisse 
der Erde finden keinen Baum darin, sie gehören noch ausschliesslich 
den Astronomen an, die damals in der Consolidirung ihrer eigenen 
Wissenschaft begriffen waren. Die physikalischen Verhältnisse der 
Erde finden ebenso wenig Baum darin, und von Pflanzen und Thieren 
— ohne Spur der Bedeutsamkeit ihrer Verbreitung — wird nur bei 
läufig geredet um der Seltsamkeit willen in halben Fabeln, wie vom 
Bau und der Entwicklung der Erde in ganzen Fabeln. Das Um und 
Auf der Geographie waren allgemeine und schwankende Bemerkungen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.