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Full text : Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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als  gewöhnliche  Kraft  im  geistigen  Schaffen,  im  Erkennen  und  Erfassen
des  Bedürfnisses  und  in  ausharrender  Thätigkeit,  um  sie  willig  und
rückhaltslos  dem  neuen  Vaterlande  zur  Verfügung  zu  stellen.  Der
eine  von  ihnen,  Nicolaus  Josef  Jacquin,  hat  in  der  Geschichte  der
Botanik  und  Chemie  seinen  Ehrenplatz,  wir  wollen  ihn  als  Geographen
würdigen;  der  andere,  Baltasar  Hacquet,  wurde  später  durch  die
stürmischen  Fortschritte  seines  Hauptfaches  —  er  war  Mineralog  —
um  das  Andenken  seiner  Verdienste  verkürzt;  wir  sind  verpflichtet,
es  zu  erneuern.
In  seiner  neuen  Heimat  kaum  warm  geworden,  erhielt  und
erfüllte  Jacquin  eine  geographische  Mission  von  grosser  Bedeutung.
Die  von  Maria  Theresiens  Genial  Franz  von  Lothringen  mit  besonderer ­
  Vorliebe  gepflegten  Gärten  von  Schönbrunn  sollten  mit  Seltenheiten ­
  aus  der  Thier-  und  Pflanzenwelt  West-Indiens  ausgestattet
werden.  Der  Kaiser  übertrug  die  Ausführung  dem  jungen  Botaniker,
den  er  in  seinen  Gärten  öfter  mit  Bestimmung  seltener  Pflanzen
beschäftigt  sah.  Von  dem  überaus  befriedigenden  Erfolg  dieser
Mission  datirt  die  besondere  Pflege,  die  der  österreichische  Hof
naturwissenschaftlichen  Sammlungen  und  in  weiterer  Folge  geographischen ­
  Unternehmungen  zuwendete.  Die  Beise  des  genialen  Forschers, ­
  sein  vierjähriger  Aufenthalt  in  Amerika,  seine  Verbindung
mit  den  grössten  Geistern  seiner  Zeit  und  vor  Allem  sein  durch
strenge  Arbeit  unter  wechselnden  Erscheinungen  gestählter  Geist
waren  maassgebend  für  seine  eigenen  Schöpfungen  in  den  ihm  nächstliegenden
  Fächern,  wie  für  die  Anregung  zum  vergleichenden  Verfahren ­
  in  der  Forschung.  Sein  botanischer  Garten  in  Wien  ist  eine
Frucht  der  geographischen  Idee,  die  ihn  beseelte,  sein  „Specimen
Florae  Austriacae“,  sowie  seine  „Observationes  botanicae“  —  um
von  Vielem  nur  Weniges  zu  nennen  —  athmenden  cosmognostischen
Geist,  der  aus  dem  Ganzen  schöpft.  Die  Expedition,  die  später
Josef  II.  nach  den  Mkobaren  sandte,  wäre  nicht  um  ihren  Erfolg
gekommen,  wenn  man  ihr  die  wissenschaftliche  Aufgabe  gestattet
hätte,  wie  sie  Jacquin  im  Sinne  hatte.
Ein  universeller  Geist,  wie  Jacquin,  war  Baltasar  Hacquet  nicht,
aber  darum  nicht  minder  wirksam  in  der  empfänglichen  Zeit  durch
            
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