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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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weniger oder mehr passiv, ja ablehnend verhalten. Der unselige 
Unterschied von gefährlichem und ungefährlichem Denken hatte Kaum 
in der Staats-Fürsorge gewonnen. Damit wich der lebendige Geist, 
der in den Schulen sich zu regen begonnen und der frische freudige 
Muth des Schaffens. Nicht an dem Wert der Leistung, sondern an 
der unbedenklichen Form, in der sie gegeben war, oder an dem unbe 
denklichen Gegenstände, dem sie sich zuwandte, hing theilweise die 
Gunst der Förderung. 
Diess macht es erklärlich, dass die naturwissenschaftlichenFächer 
in der ersten Hälfte dieses Zeitraumes beinahe brach liegen, während 
Geschichte — mit gewisser Beschränkung, — Topographie und 
Statistik in ausgedehntem Maasse gepflegt werden und die Karto 
graphie — unter militärischer Fürsorge — einen Aufschwung nimmt, 
der für jene Zeit geradezu maassgehend ist. Und — merkwürdig — 
in der zweiten Hälfte des Zeitraumes wechselt die Scene; die Natur 
wissenschaften treten aus dem Hintergründe wohlbewehrt in’s Feld 
und behaupten nicht nur dieses, sondern es ist ihnen insbesondere 
Vorbehalten, den loyalen, würdigen Kampf um die Freiheit der Wissen 
schaft zum Siege zu führen. Das kaiserliche Handschreiben vom 
30. Mai 1846, welches die Gründung der Akademie der Wissen 
schaften ausspricht, ratificirt diesen Sieg. 
Ueberblicken wir die Leistungen auf geographischem Gebiete 
während dieses Zeitraums, so ist vor Allem der österreichischen 
Expedition nach Brasilien zu gedenken, die, 1817 auf Befehl des 
Kaisers Franz I. ausgerüstet, mit der Ueberfahrt der Braut des 
brasilianischen Kronprinzen, Erzherzogin Leopoldine, wissenschaftliche 
Zwecke verbinden sollte. Sie wurde nach einem, vom Hof-Museen- 
Director, v. Schreibers, entworfenen Plane ausgeführt und hatte neben 
den naturhistorischen Fächern, welche durch Dr. J. Ch. Mikan, 
Dr. J. E. Pohl, J. Natterer und Schott vertreten waren, auch allgemein 
geographische Forschungen im Programm. Thomas Ender als Land 
schaftsmaler, J. Buchberger als Pflanzenmaler waren der Expedition 
beigegeben; der italienische Forscher Radi und die beiden für die nach 
malige Erforschung Brasiliens so bedeutungsvollen Deutschen Spix 
und Martius segelten mit.
	        
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