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Als Frucht dieser Expedition lässt sich neben den wertvollen
Schriften der Theilnehmer, unter denen Dr. Mikan’s „Delectus Florae
et Faunae Brasiliensis“ (1820—25), Dr.Pohl’s „Plantarum Brasiliae
icones“ (1828) und „Keise in das Innere von Brasilien“ (1882)
hervorzuheben sind, vornehmlich das brasilianische Museum in Wien
bezeichnen, welches durch Reichthum an seltenen Species und durch
sorgfältige Behandlung der Schaustücke die Aufmerksamkeit fesselte
und lange Zeit als Muster einer ornithologischen Sammlung galt.
Yon Th. Ender waren an 700 Aquarell-Bilder brasilianischer Land
schaften, darunter mehrere Panoramen, mitgebracht.
War diese Expedition auch die einzige, die geographische Zwecke
in höherem Maasse und mit ausgiebigen Mitteln verfolgte, so blieb sie
doch nicht ohne Anregung zu Unternehmungen Einzelner, die direct
oder indirect der Wissenschaft zu Gute kamen.
Der achtzehnjährige Aufenthalt des siebenbürgischen Arztes
M. Honigberger im Orient, namentlich inLahore (1815—33) kommt
hier insoweit in Betracht, als seine reiche botanische Ausbeute durch
Endlicher und Fenzl geordnet und beschrieben wurde. Wichtiger für
Oesterreich war die Reise des Freiherrn Carl v. Hügel (1831) im
südlichen Theil von Asien und in Australien, da in Folge derselben
den Wiener Sammlungen eine namhafte Bereicherung an Naturalien
und ethnographischen Gegenständen aus jenen Ländern zukam.
Der historische Bericht über die Reise erschien 1840 „Kaschmir
und das Reich der Sihks“ (4 Bände, Stuttgart). Yon hohem Wert für
die Bereicherung der Wissenschaft hätte die Reise des Prager Arztes
J. W. Helfer (1835—40) werden können, wenn sie nicht durch den
Tod des eifrigen Forschers einen unerwarteten Abschluss gefunden
hätte; er ward von den wildenEingebornen der Andamanen getödtet.
Die Schilderung der Reise, von seiner Gattin geschrieben, die ihn
begleitet hatte, erschien 1873 bei Brockhaus in Leipzig. Glücklicher
und zugleich als ein Zeichen der Anerkennung zu nehmen, die man
dem österreichischen Berg- und Hüttenwesen zollte, war die Reise
des Bergrathes Russegger in Egypten, Nubien, Kordofan und Syrien
(1836—38), an welcher mit hervorragender Thätigkeit in der Pflanzen-
Forschmig Theod. Kotschy theilnahm. Im Interesse und über Auf-