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forderung des Vice-Königs Mehmed-Ali unternommen, hatte sie
zunächst die montanistische Erforschung jener Länder zum Zweck.
Ihre Ergebnisse sind in Eussegger’s „Beisen in Europa, Asien und
Afrika“ (Stuttgart 1841 — 50) niedergelegt und wurden für spätere
Afrika-Beisende eine reiche Quelle der Belehrung. In der Folge trat
Oesterreich zu den oberen Nil-Ländern in nähere Beziehung durch
eine Missions - Station unter dem glaubens- und forschungseifrigen
Kno blech er und durch die Errichtung eines Consulates in Chartüm,
welches letztere sich den rathesbedürftigen Forschungs-Beisenden
seither als eine Wohlthat erwiesen hat. Die Anregung und Vermitt
lung dieser Fürsorge weiset uns auf die Beise von drei Gliedern der
österreichischen Aristokratie — Fürst Colloredo, Graf Neipperg und
Freiherr v. Gablenz — im Jahre 1845 zurück, die durch Egypten
und Nubien, von Chartüm aus noch 35 Tagreisen den Bahr-el-Abiad
aufwärts bis zum 0. Grad nördlicher Breite gelangten und bei ihrer
Bückkehr die Wichtigkeit einer näheren Beziehung sowohl bei Mehe-
med Ali als am Wiener Hofe geltend machten.
Für die Pflege der allgemeinen Geographie lässt sich — wenn
wir Selbständigkeit der Ansichten und Verständniss der Aufgabe
in Betracht ziehen — nur Ein Mann von Bedeutung bezeichnen, der
seine Anregungen noch aus den früheren Tagen des Aufschwungs
herüber gebracht hatte und mit seinem Wirken leider in die unfrucht
barste Zeit fiel. Es ist Josef Marx Freiherr v. Lichtenstern. Im fort
währenden Kampf gegen Hindernisse, die sich von Jahr zu Jahr
mehrten, setzt er mit ungebrochenem Muthe und der zähesten Aus
dauer immer neue Hebel an, um der Verbreitung — und wir müssen
wohl auch hinzufügen — der Vertiefung des geographischen Wissens
Bahn zu machen. Nachdem die Vereinigung von Fachmännern, die er
1790 als „kosmographische Gesellschaft“ in’s Leben rief, den poli
tischen Bedenken unterlegen war, nahm er die Last jener Arbeiten,
die vereinten Kräften zugedacht waren, als Einzelner mit beschränkten
Mitteln auf sich und trug sie mit einer seltenen Beharrlichkeit fast
allein. Sein „Archiv für Geographie und Statistik“ (4 Bände, Prag
und Wien 1801—1804) und sein „neues Archiv für Welt-, Erd- und
Staatenkunde“ (4 Bände, Wien 1811—12) sind Zeugnisse eines viel-
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