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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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forderung des Vice-Königs Mehmed-Ali unternommen, hatte sie 
zunächst die montanistische Erforschung jener Länder zum Zweck. 
Ihre Ergebnisse sind in Eussegger’s „Beisen in Europa, Asien und 
Afrika“ (Stuttgart 1841 — 50) niedergelegt und wurden für spätere 
Afrika-Beisende eine reiche Quelle der Belehrung. In der Folge trat 
Oesterreich zu den oberen Nil-Ländern in nähere Beziehung durch 
eine Missions - Station unter dem glaubens- und forschungseifrigen 
Kno blech er und durch die Errichtung eines Consulates in Chartüm, 
welches letztere sich den rathesbedürftigen Forschungs-Beisenden 
seither als eine Wohlthat erwiesen hat. Die Anregung und Vermitt 
lung dieser Fürsorge weiset uns auf die Beise von drei Gliedern der 
österreichischen Aristokratie — Fürst Colloredo, Graf Neipperg und 
Freiherr v. Gablenz — im Jahre 1845 zurück, die durch Egypten 
und Nubien, von Chartüm aus noch 35 Tagreisen den Bahr-el-Abiad 
aufwärts bis zum 0. Grad nördlicher Breite gelangten und bei ihrer 
Bückkehr die Wichtigkeit einer näheren Beziehung sowohl bei Mehe- 
med Ali als am Wiener Hofe geltend machten. 
Für die Pflege der allgemeinen Geographie lässt sich — wenn 
wir Selbständigkeit der Ansichten und Verständniss der Aufgabe 
in Betracht ziehen — nur Ein Mann von Bedeutung bezeichnen, der 
seine Anregungen noch aus den früheren Tagen des Aufschwungs 
herüber gebracht hatte und mit seinem Wirken leider in die unfrucht 
barste Zeit fiel. Es ist Josef Marx Freiherr v. Lichtenstern. Im fort 
währenden Kampf gegen Hindernisse, die sich von Jahr zu Jahr 
mehrten, setzt er mit ungebrochenem Muthe und der zähesten Aus 
dauer immer neue Hebel an, um der Verbreitung — und wir müssen 
wohl auch hinzufügen — der Vertiefung des geographischen Wissens 
Bahn zu machen. Nachdem die Vereinigung von Fachmännern, die er 
1790 als „kosmographische Gesellschaft“ in’s Leben rief, den poli 
tischen Bedenken unterlegen war, nahm er die Last jener Arbeiten, 
die vereinten Kräften zugedacht waren, als Einzelner mit beschränkten 
Mitteln auf sich und trug sie mit einer seltenen Beharrlichkeit fast 
allein. Sein „Archiv für Geographie und Statistik“ (4 Bände, Prag 
und Wien 1801—1804) und sein „neues Archiv für Welt-, Erd- und 
Staatenkunde“ (4 Bände, Wien 1811—12) sind Zeugnisse eines viel- 
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