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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Hieher gehört auch Berenger’s Verfahren zum Weichmachen 
des Wassers, durch Zusatz von Kalkmilch und Filtriren. 
Die Wasserspeisung mittelst Dampfstrahl-Pumpen wurde durch 
A. Lenz (1865), C. Schau (1866), A. Friedmann und P. Fink 
wesentlich verbessert. Die Erfindung des Injecteurs ist ursprünglich 
dem französischen Geiste zu danken. 1818 patentirte Marquis de 
Mannouny d’Ectot eine machine ä communication de force motrice, 
den Embryo des jetzigen, durch Giffard lebensfähig gemachten und 
1859 nach Oesterreich gebrachten Injecteurs. Hier patentirten 
A. v. Königsbrunn und Dr. Komershausen 1822 eine Art Injecteur. 
A.Friedmann’s Verbesserung besteht in der Erreichung besserer 
Condensation des Dampfes bei gleichzeitiger Verminderung derStoss- 
verluste, indem das zu fördernde Wasser in mehreren Abtheilungen 
zu dem durch die Mitte laufenden Dampfstrahl gelangt, so zwar, dass 
die Condensation, statt wie früher plötzlich zu geschehen, successive, 
also besser bewerkstelligt und die Wassermasse, statt mit einem 
Male in Bewegung zu gelangen, stufenweise in dünnen Schichten vom 
treibenden Strahle mitgenommen wird. Zu diesem Behufe disponirt 
Friedmann zwischen die Dampfdüse und das Endrohr ein oder mehre 
Zwischenrohre, deren Durchmesser zu einander in solchem Verhält- 
niss stehen, dass jedes Zwischenrohr in Bezug auf das vorhergehende 
als Aufnahmsrohr, auf das nachfolgende als ein den treibenden Strahl 
formirendes Mundstück dient. 
Diese Verbesserungen ermöglichten eine fast universelle Ver 
wendung der Dampfstrahl-Pumpen, als Reservoir-Injectoren zum 
Fördern von Wasser in höher gelegene offene Wassergefässe und als 
Kesselspeiser. Erstere Verwendung wurde erst durch die jetzige Ein 
richtung erzielt. Seine leichte Functionirung innerhalb grosser Druck- 
Differenzen bis zu einer Temperatur von 40 Centigraden, sowie seine 
einfache Handhabung haben ihm vielfache Verbreitung, am meisten 
an Locomotiven, erworben. 
C. Schau’s patentirte Einrichtung bezweckt, das Nach 
saugen von Luft an der Uebersprungstelle des Wasserstrahls (dem 
trop-plein-Kaume) statt durch ein Ventil unschädlich zu machen, 
durch die gleichzeitige Herstellung einer Communication zwischen 
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