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Hand- und Lehrbüchern liefen die naturhistorischen Notizen nebenher,
mühsam compilirt und ohne lebendige Beziehung auf das Ganze.
Erst in der letzten Zeit fing man an, für die naturwissenschaftlichen
Partien Fachmänner eintreten zu lassen, wie z. B. in Balbi’s „Geogra
phisches Hausbuch“ (Güns 1834), der Astronom J. J. Littrow, dessen
„Wunder des Himmels“ (1835) für die Darstellung der kosmischen
"V erhältnisse der Erde maassgebend geworden sind, in Sommer’s „Das
Königreich Böhmen“ der Geognost Fr. X. Zippe selbständig und
den Werken sehr zum Vortheil wirkte.
Was aber die Natur-Wissenschaft in Oesterreich zu derselben
Zeit auf ihrem Felde leistete, kam der Geographie im Allgemeinen
und der unserer Länder, wie nie vorher, zu gute. Wir verweisen auf
die botanischen Arbeiten von Jacquin dem Jüngern, von Host,
Endlicher, Feiizl, Neilreich (als Begründer der niederösterreichischen
Flora), Ohr. Ferdinand Hochstetter (als Begründer der mährischen
Flora) u. A:, auf die zoologischen von Kollar, Fitzinger, Redtenbacher,
Heckei u. s. w., auf die paläontologischen von Caspar Graf v. Stern
berg, Josef v. Hauer (die Conchilien des Wiener Beckens) und Franz
Unger, auf die geologischen von demselben Sternberg, von Partsch,
Zippe, Ozizek, Hörnes u. s. w., um verlässliche Fundgruben für
geographische Zwecke zu bezeichnen.
Noch durchgreifender, als die fachmännischen Arbeiten, war für
die nächste Folgezeit der frische Geist der Association, der, von den
jüngeren Vertretern der Natur-Wissenschaften gehegt, den Fortschritt
aut eigenem Gebiet in neue Bahnen lenkte. Wir stehen vor einer
Bewegung, deren Grundgedanke — die Wissenschaft auf heimischem
Boden zur staatlichen Geltung zu bringen — sich mit unwidersteh
lichem Drange tortpflanzte und die trotz auftauchender Differenzen in
den Mitteln und Wegen den patriotischen Zweck nicht preisgab. In
den „Freunden der Natur-Wissenschaften“, die sich im Jahre 1845
zusammenfanden, und an deren Thätigkeit neben Wilh. Haidinger,
Franz v. Hauer, M. Hörnes, A. Patera mancher werte Name geknüpft
ist, wirkte zweifellos jene bewegende Kraft, welche die staatlichen
Bedenken gegen das freie Walten der Wissenschaft völlig aus den
Angeln hob.