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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Hand- und Lehrbüchern liefen die naturhistorischen Notizen nebenher, 
mühsam compilirt und ohne lebendige Beziehung auf das Ganze. 
Erst in der letzten Zeit fing man an, für die naturwissenschaftlichen 
Partien Fachmänner eintreten zu lassen, wie z. B. in Balbi’s „Geogra 
phisches Hausbuch“ (Güns 1834), der Astronom J. J. Littrow, dessen 
„Wunder des Himmels“ (1835) für die Darstellung der kosmischen 
"V erhältnisse der Erde maassgebend geworden sind, in Sommer’s „Das 
Königreich Böhmen“ der Geognost Fr. X. Zippe selbständig und 
den Werken sehr zum Vortheil wirkte. 
Was aber die Natur-Wissenschaft in Oesterreich zu derselben 
Zeit auf ihrem Felde leistete, kam der Geographie im Allgemeinen 
und der unserer Länder, wie nie vorher, zu gute. Wir verweisen auf 
die botanischen Arbeiten von Jacquin dem Jüngern, von Host, 
Endlicher, Feiizl, Neilreich (als Begründer der niederösterreichischen 
Flora), Ohr. Ferdinand Hochstetter (als Begründer der mährischen 
Flora) u. A:, auf die zoologischen von Kollar, Fitzinger, Redtenbacher, 
Heckei u. s. w., auf die paläontologischen von Caspar Graf v. Stern 
berg, Josef v. Hauer (die Conchilien des Wiener Beckens) und Franz 
Unger, auf die geologischen von demselben Sternberg, von Partsch, 
Zippe, Ozizek, Hörnes u. s. w., um verlässliche Fundgruben für 
geographische Zwecke zu bezeichnen. 
Noch durchgreifender, als die fachmännischen Arbeiten, war für 
die nächste Folgezeit der frische Geist der Association, der, von den 
jüngeren Vertretern der Natur-Wissenschaften gehegt, den Fortschritt 
aut eigenem Gebiet in neue Bahnen lenkte. Wir stehen vor einer 
Bewegung, deren Grundgedanke — die Wissenschaft auf heimischem 
Boden zur staatlichen Geltung zu bringen — sich mit unwidersteh 
lichem Drange tortpflanzte und die trotz auftauchender Differenzen in 
den Mitteln und Wegen den patriotischen Zweck nicht preisgab. In 
den „Freunden der Natur-Wissenschaften“, die sich im Jahre 1845 
zusammenfanden, und an deren Thätigkeit neben Wilh. Haidinger, 
Franz v. Hauer, M. Hörnes, A. Patera mancher werte Name geknüpft 
ist, wirkte zweifellos jene bewegende Kraft, welche die staatlichen 
Bedenken gegen das freie Walten der Wissenschaft völlig aus den 
Angeln hob.
	        
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