Kartographie.
Vom Beginne des 17. Jahrhunderts bis zum Jahre 1763 war
kein merklicher Fortschritt in der Topographie zu verzeichnen. Die
stets wiederkehrenden Kriege verhinderten zwar die Ausbildung
dieses Zweiges, waren aber auch die unmittelbare Ursache, dass
nach dem Hubertsburger Frieden der Landesvermessung mehr
Sorgfalt zugewendet wurde.
Die Aufnahme einzelner Districte, die bisher theils mit, theils
ohne Unterstützung der Regierung und der Stände flüchtig betrieben
und nur einzelnen Individuen anvertraut worden war, erhielt eine
grössere Ausdehnung und einheitliche Leitung. Man gelangte zur
Ueberzeugung, dass so bedeutende Kraft und Geld-Mittel wie sie
zur V ermessung ganzer Provinzen erforderlich waren, nur vom Staate
und der Regierung aufgeboten werden konnten.
Es mussten zu diesem Zwecke Special-Anstalten gegründet und
Special-Organe beauftragt werden, sich ausschliesslich mit der Landes-
Erforschung zu befassen, die Aufnahme zu besorgen und die Kunst
in allen ihren Abzweigungen auszubilden.
Im Verlaufe weniger Decennien erfuhr die Topo- und Karto
graphie eine derartige systematische Vervollkommnung, dass sie in
modifieirterForm und Bezeichnung die Grundlage für das Maass der
Besteuerung, die Basis für verschiedene volkswirtschaftliche und
technische Unternehmungen wurde, allen mit der Geographie ver
bundenen darstellbaren, anthropologisch - geographischen Unter
suchungen Körper verlieh, und gegenwärtig auch in wissenschaft
licher Beziehung und künstlerischer Durchführung einen hohen Grad
der Vollkommenheit erreicht hat.
Der Standpunct der Kartographie in Oesterreich bis zum Jahre
1763 lässt sich durch die Vorlage eines Blattes der Vischerischen