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dem besagten Raume und dem Wasserzufluss-Gehäuse, zum Nach
saugen von Wasser zu benützen. Endlich sei noch P. Finks in letzter
Zeit aufgestellter Verbesserung des Injecteurs erwähnt.
Bevor Oesterreichs Kohlenschätze für Eisenbahnzwecke nutzbar
gemacht werden konnten, musste man die Locomotiven mit Holz
bedienen; man kann annehmen, dass die Kohlenfeuerung seit
1850 so ziemlich allgemein eingeführt ist. Die Feuerung mit Klein
kohle und Gries geschieht im Grossen, auch Briquettes, die Mies
bach 1842 zuerst erzeugte, werden häufig verwendet. Die Qualität der
österreichischen Kohlen erreicht mit Ausnahme der banater, etlicher
schlesischer und böhmischer Kohlengattungen nicht jene von England
und den meisten Becken Deutschlands. Die Mehrzahl der böhmischen,
steirischen und österreichischen Kohlen sind Braunkohlen, meist
geringer Güte. Diess bringt mit sich, dass der Funkenwurf dermassen
haft durchgerissenen Theilchen selbst durch Siebe und Gitter nicht
genügend eingeschränkt werden kann und eine andere Construction
der Locomotiv-Schornsteine bedingte.
Schon 1822 patentirte J. Fichtner für Dampfmaschinen einen
Schornstein mit Windrad, das, durch die Maschine bewegt, den
Rauch seitwärts hinaustrieb; 1840 R. A. Prechtl seinen Funkenfänger,
dessen Princip noch heute mit bestem Erfolge angewendet wird und
eigentlich dem vorerwähnten gleicht.
Lebensfähig wurde diese Construction erst durch Klein, welcher
die Rose am Rauchrohre unverrückbar befestigte, ihrem Oberdeckel
eine vertiefte Form gab, wodurch das schraubenförmige Austreten
von Rauch und Dampf und tangentiale Abschleudern der Funken in
den durch einen oberhalb der Rose angebrachten Schirmstreifen
gebildeten Winkelring und Herabfallen derselben in den Mantelraum
ohne Beeinträchtigung des Zuges trefflich erzielt wurde.
Weitergehende Aenderungen, durch Anbringung eines Wasser-
gefässes rings und unterhalb um die Rose zur Ablöschung der Funken,
haben sich nicht erhalten.
Diese Construction bedingt einen grossen Umfang des Schorn
steins, namentlich bei der Rose. Dadurch entsteht während der Fahrt
hinter dem Schornstein ein Vacuum, welches den Niederschlag des