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Karte aus dem Jahre 1669 und des Atlasses von Reilly*) 1791
illustriren, da diese Kartenwerke noch um jene Zeit die Grundlage
zu Neuzeichnungen abgaben.
Man trachtete damals die Zeichen für Orte, Wälder, Berge dem
Natur-Bilde anzupassen, wodurch die Karten bei angenommenem
erhöhten Gesichtspuncte eine landschaftliche Darstellung aufweisen.
In topographischen Aufnahmen grösseren Maassstabes wurden jedoch
die Berge mit feinen gekreuzten Strichen im Grundrisse, und mit
sehr allgemein gehaltenem Detail gegeben. Die Terrain-Darstellung
theils mit der Feder, zum Theile mit dem Pinsel in Strichen oder
lavirt durch geführt, zeigte selten eine gleichartige Beh andlung.
Unmittelbar nach dem 7-jährigen Kriege und zwar im Jahre
1763 wurde die Aufnahme von Schlesien bewirkt. In demselben
Jahre hatte der Hofkriegsraths-Präsident F. M. Graf Daun, über
Anregung des General-Quartier-Meisters der Armee F. M. Lascy
in Hinblick auf die vielfältigen Schwierigkeiten, die sich der operi-
renden Armee wegen Mangels guter Karten ergaben, die Aufnahme
von Böhmen und Mähren in Antrag gebracht, welche die Kaiserin
Maria Theresia am 13. Mai 1764 mit dem Bemerken genehmigte,
„dass man auch in Ungarn diese Arbeiten nicht genug pressiren könne.“
Es wurden 10 Generalstabs- und 30 Ofiiciere von den in
Böhmen und Mähren liegenden Regimentern unter Leitung des
Oberst-Wachtmeisters Baron Motzel für Böhmen, und Major Elmpt
für Mähren, zur Vornahme dieser Arbeiten bestimmt.
Wiewohl schon im Jahre 1762, über Befehl der Kaiserin Maria
Theresia, Abbe Liesganig von Sobieschitz eine 6410 9 Klafter lange
Basis bei Wiener-Neustadt mit hölzernen Stangen zu messen begann
und in der Folge (1762—1766) die Länge des Meridian - Bogens
zwischen Brünn und Warasdin zu ermitteln suchte, so wurden, um
die Mappirungs-Arbeiten nicht zu verzögern, diese in den erwähnten
Provinzen ohne vorangegangene Triangulirung begonnen, hiezu die
*) Obgleich die Kartenblätter Reilly’s eine grosse Uebereinstimmung
mit Homann’s Atlanten aufweisen und in vielen Fällen Copien derselben
sind, so müssen wir uns schon der Zeit-Periode wegen auf den vaterländi
schen Kartographen berufen.