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gleichwie das Banat, wo 1782 eine Meridianal-Linie für Ungarn
unter General Elmpt gemessen ward, ferner die Peterwardeiner und
Brooder Militärgrenze (1785) wurden mit dem Messtische, die
andern ä la vue verzeichnet.
Die erstgenannte Provinz wurde 1777, Nieder-Oesterreich 1783,
die ungarischen Gebiete 1785, die slavonische Militärgrenze 1786,
die Aufnahme der Monarchie 1787 zu Ende geführt. Zwischen 1770
und 1774 wurden die Niederlande unter G. M. Ferraris aufgenommen,
welche Arbeit zu den vorzüglichsten gehört.
Für Tirol bestand eine für jene Zeit sehr gute Karte vonAnnich
und Blasius Huber. Im Mailändischen war vom mathematischen
Institute eine Kataster-Aufnahme eingeleitet worden*). Den weisen
Anordnungen Kaiser Josef II., welcher die zeitweise occupirten
Gebiete ä la vue oder skizzenartig verzeichnen Hess, verdanken wir
auch die topographischen Behelfe, welche uns über die Moldau,
Walachei und Türkisch-Kroatien erhalten bheben und die mit Aus
nahme der Walachei noch in neuerer Zeit benützt werden müssen.
Die rege Theilnahme, die sich nach und nach für die Landes
vermessung in allen Staaten kundgab, äusserte sich durch Ver
besserung der Instrumente und Vorschläge für eine rationeüere Dar
stellungs-Methode der Unebenheiten.
In dem Werke: „Anleitung zur Aufnahme von einem Officier“
welches 1783 in Göttingen erschien, finden wir den Vorschlag die
Unebenheiten durch Licht und Schatten in paraHel gelegten Strichen
zum Ausdruck zu bringen, die letzteren mit dem Pinsel, der Feder
*) Zu den geometrischen Vermessungen wurde der Messtisch mit
dem Diopter-Lineal nebst Senkel, Boussole und die Kreuzscheibe ange
wendet.
Alle Bauten und künstliche Bedeckungen, ebenso wie die Culturen
erscheinen in den Aufnahms-Seetionen im Grundrisse und in Farben
dargestellt.
Während die Terrain-Partien in den Aufnahmen Annich’s in der
Vogel-Perspective und bei angenommener einseitiger Beleuchtung mit paral
lelen und ungleichartig gelegten Schwungstrichen gegen das Thal zu dar
gestellt erscheinen, wurden sie vom kaiserlichen Ingenieur-Corps schon seit
1750 im Grundrisse, die Formen im Grossen stufen- und ringförmig nach
dem Böschungswechsel in Tusch lavirt gegeben und in den letzterwähnten
Neuaufnahmen theils mit dem breiten Schraffir-Pinsel, theils mit der Feder
in feinen gekreuzten Schwungstriehen zum Ausdrucke gebracht.