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F.Z.M. Freiherr von Hess, F.M.L. Skribanek, Oberst Marieni, Oberst
des General-Stabs Baron Marenzi, Sections-Chef von Salzberger,
Oberst Hawliczek, Sections-Bath Passetti, Sections-Bath Ghega,
kaiserlicher Bath Steinhäuser, Custos Partsch und Berg-Bath Hai
dinger angehörten, nahmen die Arbeiten jeder Art einen immer
grösseren Umfang an.
1840 wurde die Basis bei St. Anna in Ungarn, 1849 beiTarnow
in Galizien, 1851 bei Hall in Tirol, 1855 bei Slobozie in der Walachei,
1857 bei Wr. Neustadt, 1860 bei Kranichsfeld unter Oberst Marieni,
später unter Major Eueber, zum Zwecke der Bestimmung der Meri
dian- und Parallel-Bogen gemessen, und 1855 gleichzeitig mit der
Triangulirung in der Walachei eine trigonometrische Höhen-Messung
von Kustendje am schwarzen Meere ausgehend, durch Ungarn bis
Triest bewirkt, um die Niveau-Unterschiede zwischen dem schwarzen
und adriatischen Meere zu ermitteln, die eine unbedeutende Differenz
ergaben.
Einen besonderen Aufschwung nahmen aber die astronomisch
geodätischen Arbeiten des Instituts unter Leitung des Obersten
Ganahl vom Jahre 1862, in welchem Oesterreich den vom General-
Lieutenant Bayer in’s Leben gerufene Gradmessungs - Arbeiten
beitrat, und die Bestimmung des 30., 32., 34., 38. und 42. Meridian,
und des 45., 48. und 50. Parallel-Bogens übernahm. Es wurden die
Basen bei Josefstadt in Böhmen und Scutari in Albanien gemessen,
ein Theil der türkischen Provinzen mit Albanien und Corfu in die
geodätischen Arbeiten einbezogen, ferner zahlreiche astronomische
Orts- und Höhen-Bestimmungen vorgenommen, die den Bahmen für
ein über die ganze Monarchie und theilweise über die angrenzenden
Länder geworfenes dichtes Netz von trigonometrischen Puncten 1.,
2. und 3. Ordnung bildeten.
Die Puncte 2. Ordnung, die zwischen dem Jahre 1820 und 1848
mit dem Messtische auf Glas-Tafeln bestimmt wurden, werden gegen
wärtig ebenso wie jene 3. und 4. Ordnung mit dem Theodoliten fest
gestellt.
Die Arbeiten der letzten Periode stehen vollkommen auf der
Höhe der Wissenschaft.