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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Zwischen 29. September und 18. December 1819, wurden in 
Gegenwart der Commissions-Mitglieder verschiedene Versuche aus 
geführt, und in ein Tagebuch zusammengefasst. 
Bei Besichtigung der lithographischen Pressen-Abtheilung des 
General - Quartiermeister - Stabes äusserte sich Sennefelder am 
gemacht wird, die Conturen der Zeichnung gleich unmittelbar durch den 
Pantograph selbst zu vollenden, ohne sie nachher noch einmal nachzeichnen 
und eingraben zu müssen. Der zu diesem Zwecke allein taugliche Aetzgrund 
und die Zurichtung der Zeichnungs-Maschine ist meine eigene bis jetzt noch 
nicht bekannte Erfindung.“ 
2. „Ohneraehtet ich zu diesem Zwecke auch den bereits vorhan 
denen Pantograph einrichten kann, so erbot ich mich (1817) doch auch eine 
von mir erfundene weit bequemere und besonders hiezu vorzüglich brauch 
bare Verkehrt-Zeichnungs-Masehine herzustellen.“ 
Der in Engelmann’s Gesammt-Gebiet der Lithographie 1843, Seite 148 
beschriebene Pantograph scheint sonach Sennefelder’s Erfindung zu sein. 
3. ,,Zur Schraffirung der Gebäude schlug ich eine von mir erdachte 
sehr einfache Maschine vor, mit welcher man sehr nahe aneinander stehende 
Parallelstriche von beliebiger Stärke mit der grösstmöglichsten Schönheit 
und Geschwindigkeit auf den Stein zeichnen kann, wodurch also ebenfalls 
an Zeit gewonnen wird.“ 
„Das Resultat dieser Verbesserungen würde sein, dass bei grösserer 
Accuratesse. und Sicherheit, die Steuer-Kataster-Pläne auch vielleicht um 
ein Dntttheil wohlfeiler zu stehen kämen, welches bei der Menge dieser 
Pläne ein Gesammt-Ergebniss von einigen Millionen ergeben würde. 11 
Aus diesen Worten Sennefelder’s ist zu entnehmen, dass er auch in 
dieser Beziehung die erste Grundlage schuf, wenn auch angenommen werden 
kann, dass bis zum Jahre 1843, in welchem Engelmann sein Werk über 
die Gesammt-Lithographie herausgab — Verbesserungen Platz gegriffen 
hatten. 
Seite 196 sagt Engelmann: „Die Gravir-Maschine ist seit einigen 
Jahren ein mächtiges Hilfsmittel für das Graviren auf Stein geworden“ wäh 
rend Sennefelder schon circa 26 Jahre früher die Vorschläge für die Anwen 
dung derselben machte. 
4. „Was das Stein-Papier anbetrifft, so machte ich mich anheischig 
dasselbe_ sogleich in Arbeit zu nehmen und die Verfertigungsart praktisch 
mitzutheilen, schlug aber vor : 
5. Zum Behufe der Armee, sowohl in Friedens- als Kriegszeiten eine 
äusserst bequeme Handpresse verfertigen zu lassen (Rollpresse), wo dann 
alle Schrift- und Zeichnungs-Gegenstände auf gewöhnliches Papier verfer 
tigt und auf eine Metall-Platte übergedruckt werden könnten. Eine einzige 
Metall-Platte kann mehrere tausend Male wieder zu neuen Gegenständen 
gebraucht werden und diese Manier hat in Ansehung der Geschwindigkeit 
und Dauerhaftigkeit vor dem Ueb erdrück auf Steinpapier beträchtliche 
Vorzüge. Sie ist ferner in allen k. k. Kanzleien zu allen jenen Arbeiten zu 
gebrauchen, wo die nämliche Sache abgeschrieben werden muss, als z.B. zu 
Circularien etc. und es würde sich bei deren Einführung eine beträchtliche 
Ersparnis an Kanzellisten ergeben, ohne die dadurch erreichte Geschwin 
digkeit in Fertigung pressanter Arbeiten in Anschlag zu bringen. 
Die Kunst des Ueberdruckes ist zwar schon bekannt. Ich schmeichle 
mir aber bis jetzt noch allein das wahre Geheimniss zu besitzen ganz kupfer 
stich-ähnliche Schönheit mit der nötigen Geschwindigkeit zu verbinden.“
	        
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