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Full text: Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart ; Weltausstellung 1873 in Wien ; Zweite Reihe: Ingenieur-Wesen, wissenschaftliche und musikalische Instrumente, Unterricht

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Die kartographische Darstellung der anthropologisch-geogra 
phischen Verhältnisse der Monarchie hätte nicht so rasch zu Tage 
gefördert werden können, wenn nicht verdienstvolle Männer und 
wissenschaftliche Vereine zur Vervollkommnung aller Zweige somit 
auch der Special- und Pach-Kartographie fruchtbringend mitgewirkt 
hätten. 
Schon in das Jahr 1785 fällt das rastlose Wirken des Josef 
Max Freiherrn von Liechtenstern, den die österreichische 
Geschichte zu den hervorragendsten Männern zählt*). 
1726 veröffentlichte J. C. Müller, Capitän und Ingenieur, seine 
Karte von Böhmen in 25 Blättern, die später 1764 die Grundlage 
der Vermessung wurde. 
Schrämbl, wiewohl schon früher thätig, begründete eigentlich 
seinen Kuf erst 1805 durch die Herausgabe seines Welt-Atlasses in 
132 Blättern, der in jener Periode, wo noch gute und verlässliche 
Quellen schwer zu erlangen waren, sowohl bezüglich der Genauigkeit 
der Arbeit wie auch hinsichtlich der Durchführung und des Stiches 
epochemachend war, und von diesem Momente an, die hundertjäh 
rigen Atlanten Homan’s vollkommen verdrängte. 
!flU Iattern ’/ St . U c VOllende , t und hält das geometrische Verhältnis nicht 
voUkommen fest. Siegewahrt den Vortheil einer raschen Orientirung und 
schnellen Er assung der Situation, ist in Kupfer recht schön und mühsam 
gestochen, aber höchstens in untergeordneten Schulen für den Anschauung- 
und Uebergangs-Unterricht brauchbar. ° 
t Zu Wien 176o geboren, Sohn eines k. k. Offieiers eröffncte er im 
20. Lebensjahre seine literarische Laufbahn mit dem Werke: „Ueber das 
Studium der Geographie“, gründete 1790 das kosmographischc Bureau zu 
\\ ien, unternahm 1797 die trigonometrische Aufnahme des Landes Ob der 
Lnns, weiche die Basis zu seinem Entwürfe dieser Provinz wurde und voll 
endete später den von Kindermann begonnenen Atlas der österreichischen 
Monarchie. 
Die Karte von Mittel-Europa, Liechtenstern’s bedeutendstes Unter- 
m kartographischer Richtung, blieb unvollendet, es erschienen nur 
45' Blatter. 
Von unerschöpflicher Arbeitskraft, hatte er nebst den kartographischen 
Arbeiten bis zu seinem 63. Lebensjahre über 45 Werke und Abhandlungen 
des verschiedensten Inhaltes, oft unter dem Pseudonym „Klein“ veröffent- 
lcht und sich unsterblichen Ruhm als Geograph und Statistiker gesichert. 
Viele seiner gediegenen Schriften sind in mehreren Auflagen erschienen. 
Ueberanstrengung raubte ihm in seinen letzten Lebensjahren das Denk- 
V ermögen. 
vxr (Näheres: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich von 
W urzbaeh.)
	        
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